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Was bringt 2011

Gute Vorsätze im Job

Tina Groll/Zeit.de
Mit dem neuen Jahr wird alles anders. Auch im Job könnte der Jahresbeginn ein Neuanfang sein und damit sich die Ziele auch verwirklichen lassen, haben wir fünf gute Vorsätze unter die Lupe genommen. Buchautorin Bettina Stackelberg gibt Tipps zur Umsetzung.
Nur erreichbare Ziele lassen sich auch gut verfolgenFoto: © K.F.L. - Fotolia.com
Ich will nicht mehr so faul seinDer gute Vorsatz: Ach ja, wenn Sie sich nur aufraffen könnten! Ein bisschen mehr für den Job brennen, sich aktiver in die Konferenz einbringen, eine Idee äußern und auch umsetzen – und nicht immer schon fünf Minuten vor Fünf das Büro verlassen. Dann würden Sie sich bei der Weihnachtsfeier über das Lob vom Chef und 3000 Euro Sonderbonus freuen. Und wer weiß? Vielleicht klappt dann auch der Sprung auf der Karriereleiter? Schaden könnte ein wenig mehr Motivation jedenfalls nicht. Wäre da nicht der innere Schweinehund.

Die besten Jobs von allen

Das sagt die Trainerin: "Etwas mehr Tatendrang zu zeigen, ist ein beliebter Vorsatz", sagt Business-Coach Bettina Stackelberg. Ihre Klienten fragt sie allerdings zunächst, woher der Wunsch überhaupt kommt. "Wollen Sie nur mit anderen Kollegen gleichziehen, auch wenn Ihnen Karriere gar nicht so viel bedeutet? Wollen Sie möglicherweise nur Karriere machen, weil Ihre Eltern oder Ihr Partner das möchten?", gibt Stackelberg zu bedenken.Erst wenn die intrinsischen Motive, also die eigen bestimmten, verstanden werden, lässt sich auch beurteilen, ob der Vorsatz Aussicht auf Erfolg hat. "Sich stärker im Job zu engagieren, ist mit Anstrengung verbunden. Darum sollte man auch überzeugt davon sein, dass sich diese Anstrengung lohnt", sagt die Trainerin.Um den Vorsatz in die Tat umzusetzen, empfiehlt sie ihren Klienten zum Beispiel einen Vertrag mit sich selbst abzuschließen. Darin sollte das Ziel und wie man es erreichen möchte in realistischen Schritten und mit einem realistischen Zeitplan festgehalten werden. Ein Passus sollte eine Belohnung bei Erfüllung und eine Strafe bei Nicht-Erfüllung vorsehen. "Das klingt zunächst vielleicht lächerlich. Aber man kann nur etwas schriftlich formulieren, das man sich auch klar gemacht hat", sagt die Trainerin.Auch sollte der Einsatz ernst gemeint sein. Eine von Stackelbergs Klientinnen, eine Juristin, hatte Schwierigkeiten mit dem Lernen für das Staatsexamen. Also schloss sie einen Vertrag mit sich selbst ab, der vorsah, dass sie sechs Wochen lang auf ihr Auto verzichten würde, wenn sie durchfiel.Ich will neue Aufgaben übernehmenDer gute Vorsatz: Eigentlich ist die Arbeit okay. Nur gehen alle Aufgaben mittlerweile routiniert von der Hand. Schlimm ist das nicht, aber manchmal könnte der Job doch spannender sein. Eine Herausforderung muss her. Nicht gleich den Job wechseln, aber vielleicht den Aufgabenbereich?Das sagt die Trainerin: "Neue Herausforderungen sind wichtig für die persönliche Entwicklung. Viele, die jahrelang das Gleiche tun, beginnen sich zu langweilen. Damit lassen auch Konzentration und Effizienz nach", sagt Bettina Stackelberg. Trotzdem sollte man nicht gleich einen Termin mit dem Vorgesetzten vereinbaren. Auch bei diesem Wunsch sollten sich Arbeitnehmer zunächst fragen, warum sie den Bereich verändern wollen und auch, ob sie den neuen Aufgaben gewachsen sind. "Es ist wichtig, alle Auswirkungen mitzubedenken. Wer eine Projektleitung übernehmen möchte, muss sich klar darüber sein, dass dies mit mehr Arbeit verbunden ist. Geht das mit der Familie?", fragt die Beraterin. Sie empfiehlt diese Fragen mit Vertrauten zu erörtern. Steht am Ende dieser Analyse immer noch der Entschluss, ist gründliche Vorbereitung für das Gespräch mit dem Chef wichtig. Was würde sich verändern und wie profitiert das Unternehmen von dem Aufgabenwechsel? Die Argumente müssen überzeugend sein."Chef, ich langweile mich – dieser Satz reicht wahrscheinlich nicht aus", sagt Stackelberg. "Sprechen Sie möglichst nicht im Konjunktiv und treten Sie selbstbewusst auf. Der Vorsatz wird gelingen, wenn Sie vorher eine gründliche Analyse gemacht haben, gut vorbereitet sind und deutlich kommunizieren", sagt die Trainerin.

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