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Karriere im Einkauf

Gute Chancen für Pfennigfuchser

Claudia Obmann
Wer die gesamte Lieferkette optimiert, dabei Risiken einzuschätzen und die Qualität zu sichern vermag, dem winkt eine steile Karriere – bis hin zum Vorstandsposten.
Gute Chancen im Einkauf.Foto: © Ferenc Szelepcsenyi - Fotolia.com
Pfennigfuchser sind in deutschen Unternehmen auf dem Vormarsch: Schon in neun von 30 Dax-Vorständen zeichnen Manager persönlich für den Einkauf beziehungsweise die Lieferkette ihres Unternehmens verantwortlich. 2010 sind Wolfgang Bernhard beim Autobauer Daimler, Regine Stachelhaus beim Energieriesen Eon und Markus Pinger beim Konsumgüterkonzern Beiersdorf neu hinzugekommen.Angesichts der Turbulenzen am Rohstoffmarkt könnten noch mehr Beschaffungsprofis bis ins Top-Management aufrücken: Um rund 40 Milliarden Euro soll die Rohstoffrechnung der deutschen Industrie 2011 im Vergleich zum Vorjahr steigen, hat eine aktuelle Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags unter 28.000 Unternehmen ergeben. Da ist der Einkauf ein wichtiger Hebel, um Liquidität zu sichern und zu sparen.

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Die Pfennigfuchser müssen aber auch Strategen sein, die Märkte und Lieferanten kennen, die gesamte Warenwirtschafts- und Logistikkette optimieren können und dabei Risiken einzuschätzen wissen. Die Zeiten des belächelten Bestellzettel-Verwalters sind damit endgültig vorbei.Versierte Beschaffer werden inzwischen in größerer Zahl gesucht, als sie der Arbeitsmarkt hergibt. „Der Nachwuchs wird knapp“, warnt Holger Hildebrandt, Chef des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME). Allein die Stellenbörse Monster listet zum Stichwort „Einkauf“ genau 1859 Jobofferten – und das nur in Deutschland. Neben den klassischen Kaufleuten sind in technischen Branchen Ingenieure gefragt. Sie sollen mit Produktionskollegen und Lieferanten auf Augenhöhe über kostengünstigere Prozesse und Verfahren diskutieren. Darüber hinaus haben Juristen gute Chancen, falls sie sich in den Feinheiten des internationalen Vertrags- und Logistikrechts auskennen oder darauf achten wollen, dass bei der Beschaffung alles legal zu geht.Heißes Thema: RisikomanagementNicht zuletzt ist Risikomanagement im Einkauf ein heißes Thema. Angesichts der in Sachen Kreditvergabe zögerlichen Banken muss mancher Risikomanager speziell Preis- und Währungsschwankungen bei Rohstoffen im Blick halten und versuchen, sich durch Termingeschäfte am Finanzmarkt gegen steigende Preise abzusichern. Diese Aufgabe könnte sogar von Investmentbankern übernommen werden.

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