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Viele Deutsche glauben, dass sich Lügen im Job bezahlt macht. So ganz falsch ist das leider nicht.
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Nutzen von Unwahrheit

Gut gelogen, Kollege

ked, wiwo.de
Haben Sie heute schon gelogen? Viele Deutsche glauben, dass sich Lügen im Job bezahlt macht. So ganz falsch ist das leider nicht.
"I did not have sexual relations with that woman." Berühmtes Zitat eines ehemaligen US-Präsidenten – leider komplett gelogen. Genauso wie die Aussage, dass die Essener SPD-Politikerin Petra Hinz Juristin sei.

Genauso gelogen ist, wenn die Kollegin sagt, dass sie die Präsentation "wirklich gerne übernimmt" oder der Kollege, dass ihm Überstunden nichts ausmachen. Menschen lügen. Immer und völlig unabhängig davon, was sie ihren Kindern beibringen.

Gerald Jellison von der Universität von South Carolina hat herausgefunden, dass wir durchschnittlich alle acht Minuten belogen werden. In einem zehnminütigen Gespräch lügen wir sogar bis zu drei Mal. Dabei handelt es sich jedoch mehr um kleine Flunkereien als um die großen Lügengebilde. Wir machen uns größer, Probleme kleiner, sagen "gerne", wenn wir "niemals!" meinen oder behaupten, wir hätten keine Zeit.

Der Krankenschein ist die größte Lüge im Job

Gerade im Berufsleben greifen die Deutschen zu kleinen Unwahrheiten und großen Lügen, wie eine aktuelle GfK-Umfrage zeigt. Demnach geben 31,9 Prozent der Berufstätigen zu, Chefs und Kollegen gegenüber nicht immer ehrlich zu sein. Und jeder Zweite geht davon aus, dass sich Lügen im Job – von "Ich war das nicht" bis "Das war meine Idee" – positiv auf ihre Karriere auswirken.

Wenn man genauer betrachtet, warum die meisten Befragten lügen, trifft das Karriereargument auch irgendwie zu: Die häufigste Lüge im Job ist der Krankenschein. Rund 40 Prozent meldeten sich krank, obwohl sie es nicht waren. "Ich hab keinen Bock, heute zu arbeiten" wäre zwar ehrlicher gewesen, kommt aber beim Chef nicht gut an.

Ehrlichkeit und Authentizität werden zwar immer gefordert, aber so genau will es dann eigentlich doch niemand wissen.

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