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Start-ups

Gründen wie am Fließband

Christian Müßgens / wiwo.de
Mehrfachgründer bauen ein Unternehmen nach dem anderen auf, nur um es dann zu verkaufen. Dabei geht es ihnen nicht nur ums Geld - das Aufbauen von Unternehmen wird zu einer Art Sucht. Ihr Erfolg ist dabei jedoch keineswegs zufällig - sie folgen einem Muster.
Seriengründer - Start-ups wie am Fließband.Foto: © PicStockPhoto - Fotolia.com
Die besten Ideen hat Gerrit Schumann, wenn er sich entspannt. Zum Beispiel am Strand. Das dachte er auch, als er im Alter von 31 Jahren versuchte, auf Mallorca das Leben eines Neureichen zu führen. Doch es ging nicht.Erst ein Jahr zuvor hatte der Jungunternehmer den großen Coup seines Lebens gelandet, binnen kurzer Zeit das Startup Element 5 gegründet, hochgezogen und dann verkauft. Das Unternehmen bietet eine Plattform, um Computerprogramme über das Internet zu versenden. Eine Marktlücke mit reichlich Potenzial. Das sah auch der amerikanische Konzern Digital River so, der Schumann im April 2004 das Unternehmen für 120 Millionen Dollar abkaufte.

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Nicht vom Tellerwäscher, sondern vom Tüftler zum Multimillionär in wenigen Monaten – das ist der amerikanische Traum 2.0, den inzwischen so einige Startup-Unternehmer auch hierzulande träumen. Doch was kommt danach? Wird aus dem Traum Realität, sind die wenigsten damit zufrieden. Weder am mallorquinischen Strand noch im neuen Penthouse oder schicken Designer-Loft. Auch an Schumann nagte der Zweifel: War das jetzt nur Glück, oder kann ich das auch ein zweites Mal schaffen? Heute sagt er von sich, er sei damals wie ein Junkie gewesen: Ihm fehlte „das Adrenalin, das Risiko". Also nahm er etwas Spielgeld von seinem Konto und gründete ein zweites Mal.Damit gehört der Unternehmer zu einer Gattung, die es in den USA schon seit Jahrzehnten gibt und die inzwischen auch in Deutschland wächst und gedeiht: die Zunft der Serienunternehmer. Angetrieben von ihrem Ehrgeiz, vom sprichwörtlichen „Kick", der Aussicht auf das schnelle Geld und zuweilen einigen Selbstzweifeln gründen sie eine Firma nach der anderen – meist, um sie schon nach kurzer Zeit mit hohem Gewinn wieder abzustoßen. Dabei räumen sie zugleich mit der Vorstellung auf, erfolgreiches Gründen sei vor allem eine Frage des Glücks, des zufällig richtig gewählten Zeitpunktes – ein One-Hit-Wonder.Doch das stimmt eben nicht. Mit guten Ideen, einem gehörigen Quäntchen Chuzpe und einer handvoll simpler Grundsätze kann man mehr als nur einmal unternehmerischen Erfolg haben, sagen zahlreiche Gründerforscher. Leichter gesagt, als getan. Wie kann es dann aber sein, dass Serienunternehmer immer wieder gute Einfälle haben, während es den meisten schon schwerfällt, nur ein einziges, tragfähiges Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen? „Dahinter steckt kein Hexenwerk", sagt Peter Englisch, Gründungsberater bei Ernst & Young. Er ist überzeugt: „Das lässt sich genauso gut systematisch angehen."(Artikel zuerst erschienen bei WirtschaftsWoche Online wiwo.de)

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