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Jahresgespräche

Gratwanderung zwischen Motivation und Selbstreflexion

Daniel Rettig , wiwo.de
Um Ziele im Mitarbeitergespräch wirksam vereinbaren zu können, gehört neben Kritik und Fingerspitzengefühl vor allem Wertschätzung zu den wichtigsten Tugenden einer Führungskraft. Der Sozialpsychologe Dieter Frey erklärt, wie Manager auch an sich arbeiten müssen, um am besten zu motivieren.

Foto: contrastwerkstatt/Fotolia

Herr Frey, zurzeit finden in vielen Unternehmen die meist unbeliebten Jahresgespräche statt. Wie motiviert eine gute Führungskraft ihre Mitarbeiter, sich 2012 mit voller Kraft fürs Unternehmen zu engagieren?

Eigentlich sind nur zwei Dinge wichtig. Einerseits muss sie Exzellenz vorleben und einfordern, andererseits muss sie die Mitarbeiter anständig behandeln.

Klingt einfach. Trotzdem kommen zahlreiche Studien zu dem Ergebnis, dass das Gros der Arbeitnehmer entweder überfordert, gestresst oder gelangweilt ist. Können deutsche Führungskräfte ihre Kollegen nicht motivieren?
Managementforscher Dieter FreyFoto: LMU
Viele Chefs sind zumindest nicht empfindsam genug, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter zu beachten.

Warum?

Weil sie nie systematisch gelernt haben, Menschen zu führen. Ich gehe davon aus, dass jede zweite Führungskraft eine Fehlbesetzung ist – sie ist vielleicht fachlich gut, aber nicht in der Lage, Menschen zu führen, weil sie narzisstisch oder opportunistisch veranlagt ist. Also auch kein guter Kapitän, Mentor oder Coach, der sich vor, neben und hinter seine Mitarbeiter stellt. All das sollte ein guter Motivator tun.



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