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Wettbewerb Weconomy

Gründer gesucht - und gefunden

C. Obmann, H. Schürmann, T. Kewes
Der Weg in die Selbstständigkeit ist im Jahr 2010 wieder sehr attraktiv - und zwar auch, weil sich Top-Manager persönlich engagieren. Zum Beispiel beim Wettbewerb Weconomy, der vom Handelsblatt gemeinsam mit der Wissensfabrik ausgerichtet wird. Die Jury wählte die 10 besten Geschäftskonzepte aus. Und die Gründer freuen sich auf ein Wochenende mit Deutschlands Top-Unternehmern.
Sven-Oliver Pink ist unter den Top Ten des Weconomy Wettbewerbs 2010Foto: © Bernhard Kunz
Das Klima für den Schritt in die Selbstständigkeit ist derzeit freundlich. "Die Atmosphäre ist nicht so überhitzt wie zu Anfang des Jahrtausends, als jede schräge Idee einen Kapitalgeber fand, dafür aber aussichtsreicher", sagt Peter Witt. Der Professor der TU Dortmund ist Präsident des Förderkreises Gründungsforschung. Laut Statistischem Bundesamt gab es von Januar bis Mai dieses Jahres 317 219 Existenzgründungen- ein Plus von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.Das gute Klima kommt nicht überraschend, denn schon 2009 war ein gutes Jahr für Gründungen. Im vergangenen Jahr begriffen viele Forscher und Tüftler die Krise am Arbeitsmarkt aber noch als Chance, um sich mit einer technischen Idee oder neuen Dienstleistung selbstständig zu machen - auch anstatt arbeitslos zu sein. Sie nutzten dabei die in vielen deutschen Städten inzwischen etablierten Beratungsangebote und Gründerzentren. Jetzt im Konjunkturaufschwung könnten sie sich wieder von geregelten Arbeitszeiten und sicherem Einkommen in die Festanstellung locken lassen. Das wäre das Ende des Gründungsbooms.

Die besten Jobs von allen

Unternehmer sollen Gründer stärker unterstützenDoch das will auch die Wirtschaft verhindern. Für Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch, sind jetzt vor allem die Unternehmer gefragt. "Der Staat stellt ausreichend finanzielle Hilfsmittel zur Verfügung. Es wäre meiner Ansicht nach hilfreich, wenn junge Unternehmer noch mehr Möglichkeiten hätten, von der Erfahrung anderer zu profitieren, beispielsweise durch Networking. Hier sehe ich in Deutschland vor allem uns, die Unternehmer, in der Pflicht, durch einen solchen Austausch junge Gründer zu fördern."Mit seiner Meinung und seinem Engagement steht Fehrenbach nicht allein da. Wie er gewähren noch elf andere Topmanager der deutschen Wirtschaft wie Jürgen Hambrecht (BASF), Nicola Leibinger-Kammüller (Trumpf), Klaus Fischer (Fischerwerke) und Burkhard Schwenker (Roland Berger) exklusive Entwicklungshilfe für Jungunternehmer im Wettbewerb Weconomy, den das Handelsblatt gemeinsam mit der Wissensfabrik ausrichtet. Die zehn Finalisten (siehe Bildergalerie) erhalten die Chance, den Topmanagern ihre Geschäftsideen vorzustellen und mit ihnen zu diskutieren."Für Bosch ist Weconomy eine wichtige und gute Möglichkeit, junge Unternehmer zu fördern. Und für mich ist es auch eine persönliche Bereicherung. Die Ausdauer und den Mut, die die Gründer beweisen, ist für mich jedes Mal wieder beeindruckend. Der Wettbewerb ist in jeder Hinsicht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten", sagt Fehrenbach.Individualisierung und MobilitätBesonders viele Gründungsideen stammen auch 2010 wieder aus der Online-Szene, hier sprießen die Start-ups beinahe wie zu Zeiten der New Economy aus dem Boden. Die wichtigsten Trends der Webwelt: Individualisierung und Mobilität. Der Unterschied zur einstigen New-Economy-Blase ist aber: Kreative Entwickler haben heute Probleme, Geld für ihre Ideen zu bekommen. Denn die Geldgeber seien ängstlich geworden. "Sie investieren vor allem in Dinge, bei denen kaum ein Risiko besteht. Das führt dazu, dass Ideen, die in anderen Ländern, vor allem in den USA, erfolgreich sind, abgekupfert werden", sagt Claudio Kerst vom Internetverband Eco. Zudem beschleunigt sich der Kopierrhythmus. Waren es früher rund sechs Monate Vorlauf, sind es heute nur sechs Wochen.Um mehr Nachhaltigkeit zu erzielen und eine Gründung auf solide Füße zu stellen, wünscht sich Heinz Klandt, Inhaber des Kfw-Stiftungslehrstuhls für Entrepreneurship an der European Business School in Oestrich-Winkel, mehr Engagement von Wagniskapitalgebern. In der High-Tech-Branche, aber auch im Pharma- und LifeScience-Bereich. "Damit deutsche Entwickler bei Innovationen die Nase vorn haben, brauchen wir mehr Venture-Capital-Firmen, die bereit sind, völlige neue Ideen von der Entstehungsphase an zu finanzieren. Und nicht nur welche, die auf den schnellen Profit schielen."Lesen Sie auch:Interview: "Gründer sollten keine Luftschlösser bauen"
Dieser Artikel ist erschienen am 03.09.2010

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