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Sport ist wichtig, gerade wenn man im Job wenig Bewegung hat.
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Sport im Büro

Keine Lust auf Bewegung

ked, wiwo.de
Sport? Nein, danke! Die Deutschen fahren am liebsten mit dem Auto, sie arbeiten viel im Sitzen und haben keine Lust auf Sport – schon gar nicht vor oder mit Kollegen. Da hilft das beste Betriebssport-Angebot nichts.
Sport ist wichtig, gerade wenn man im Job wenig Bewegung hat. Und das trifft auf die Mehrheit der Deutschen zu, wie eine repräsentative Umfrage von Sodexo, einem Anbieter für betriebliche Sozialleistungen und Incentives, zeigt. Demnach arbeiten 62 Prozent der Deutschen täglich mindestens fünf Stunden im Sitzen. 42 Prozent stehen nicht mal in der Mittagspause von ihrem Schreibtisch auf, sondern verdrücken im Sitzen eine mitgebrachte Stulle oder die bestellte Pizza.

Kein Wunder, dass Deutschland "Rücken" hat. Die Büroarbeiter sitzen sich krank, wie auch der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse belegt.

Demnach fällt im Schnitt jeder deutsche Arbeitnehmer pro Jahr gut fünfzehn Tage wegen Krankheit aus. Die häufigste Ursache: Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, also die typischen Büro-Zipperlein wie Rücken- oder Nackenschmerzen.

Betriebssport ist gesund – und motiviert

Also ist Bewegung angesagt: Immerhin 31 Prozent der Unternehmen bieten Betriebssport an – vom Yogakurs über Selbstverteidigung bis Rückengymnastik. Viele Fitnesstrainer und Gesundheitsberater reagieren mit speziellen Diensten für Unternehmen auf die Problematik. Bei den Dax-Konzernen und vielen preisgekrönten Arbeitgebern gehört Betriebssport und andere Gesundheitsangebote schon lange zum guten Ton. Der Münchner Elektrotechnikbetrieb Zausinger beispielsweise bietet seinen Mitarbeitern unter anderem Hypnosekurse an, um sich das Rauchen abzugewöhnen und bei SAP gibt es individuelles Gesundheitscoaching nebst umfangreichem Sportangebot.

Das zahlt sich aus: In Unternehmen mit solchen Angeboten sinkt der Krankenstand, die Motivation steigt. Und die Mitarbeiter? Die legen 59 Prozent ihrer alltäglichen Strecken – zur Arbeit, zum Einkaufen und ins Konzert – mit dem Auto zurück. 40 Prozent machen entweder gar keinen oder maximal eine Stunde Sport in der Woche. 28 Prozent geben an, dass sie keinen Sport im Büro machen müssen, weil sie auch so genug Sport treiben. Für Betriebssport haben diese Hobbysportler keine Zeit. Interessant: Von diesen 28 Prozent, die angeblich so viel Sport machen, dass sie die betrieblichen Angebote nicht nötig haben, hatte zuvor immerhin fast ein Viertel angegeben, gar keinen, nicht jede Woche oder maximal eine Stunde in der Woche Sport zu treiben.

Und Gymnastik am Arbeitsplatz ist den Deutschen offenbar unangenehm: Lediglich sieben Prozent machen in ihrem Büro zwischendurch gymnastische Übungen. Der Rest gibt an, dass er sich dabei albern vorkommen würde, nicht schwitzen möchte, Sorge hat, die Kollegen zu stören oder schlicht keine Lust dazu hat.

Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 21.10.2016

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