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Überlange Arbeitszeiten und fehlende Pausen gehören für viele Beschäftigte mittlerweile zum Alltag.
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Aktueller Arbeitszeitreport

Arbeiten bis der Arzt kommt

Teil 2: Ein neuer Ordnungsrahmen muss geschaffen werden

Hintergrund der Entwicklung seien gesellschaftliche Entwicklungen wie Globalisierung und Digitalisierung, so die Forscher. So ermöglichten neue Informations- und Kommunikationstechnologien das Arbeiten zu jeder Zeit und an jedem Ort, längere Ladenöffnungszeiten im Handel gingen mit einer Ausweitung und Flexibilisierung von Arbeitszeiten einher.

Eine zunehmende Anpassung von Arbeitseinsatz und Leistung an die Erfordernisse des Marktes führe zudem zu veränderten Anforderungen an die Arbeitszeit und zu einer Intensivierung der Arbeit. "Beschäftigte begegnen dieser Situation nicht selten mit überlangen Arbeitszeiten und Pausenausfall", heißt es in der Studie. Am längsten müssten Beschäftigte in der Wasserversorgung sowie in der Abwasser- und Abfallentsorgung, in der Energieversorgung sowie dem Bau-, Verkehrs- und Lagergewerbe arbeiten. Lange Arbeitszeiten fänden sich aber auch häufig in der Land- und Forstwirtschaft, dem Gastgewerbe, im Handel sowie in der Unterhaltungs- und Freizeitbranche.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach forderte am Montag einen neuen Ordnungsrahmen, der selbstbestimmte Arbeitszeiten fördere und größere Flexibilitätsspielräume für die Beschäftigten eröffne. Die Arbeit müsse so organisiert werden, dass die Arbeitszeit wirksam begrenzt und Erholungs-, Ruhezeiten und Pausen ausreichen eingehalten werden könnten.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) forderte in einer Stellungnahme mehr Flexibilität für Betriebe und Arbeitnehmer. "Wir können nicht mit starren Arbeitszeitregeln aus der Ära der Industrialisierung die Digitalisierung gestalten", hieß es in der Stellungnahme.

Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 14.10.2016

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