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Fachkräftemangel

Gesucht: Menschen, die Grenzen überwinden

Kerstin Dämon, wiwo.de
Die Arbeitslosenzahlen sinken, trotzdem fehlen Fachkräfte. Die sollen jetzt aus den europäischen Krisenstaaten kommen. Die Bundesagentur für Arbeit sucht nach Wegen, die Menschen nach Deutschland zu locken.

Foto: A. E. Arnold/Pixelio

In Spanien stehen Ingenieure auf der Straße 

In Spanien, Griechenland und Portugal stehen sie auf der Straße, jetzt sollen sie nach Deutschland kommen: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will Ingenieure, Pflegekräfte und IT-Experten aus den PIGS-Staaten werben. Zwar sinken in Deutschland die Arbeitslosenzahlen – im Juni waren weniger als drei Millionen Menschen ohne Job – aber an besagten Berufsgruppen mangelt es.

Die besten Jobs von allen


Die zur BA gehörige Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) sondiert bereits fleißig die Arbeitsmärkte in den betroffenen EU-Ländern. "Es gibt ein großes Potenzial in Spanien, Tausende von Ingenieuren sind arbeitslos, auch IT-Spezialisten", sagte die Direktorin der ZAV, Monika Varnhagen, der Tageszeitung "Die Welt". Die Fachkräfte hätten auch Interesse an einem Job in Deutschland.

Rund 130.000 Spanier sind bereit, für einen Job ihr Land zu verlassen, laut Varnhagen können sich davon 17.000 vorstellen, in Deutschland zu arbeiten. Deshalb konzentriert sich die Vermittlung verstärkt auf Spanien, bietet Jobbörsen an und organisiert Bewerbungsgesprächen zwischen Deutschen Unternehmen und spanischen Ingenieuren.

ZAV analysiert die Länder

Parallel dazu rühren die deutsche Botschaft in Madrid, das Goethe-Institut und der Deutsche Akademische Austauschdienst die Werbetrommel. Im Rahmen von Deutschland-Wochen und der "Deutsch-spanischen Berufsmobilität" versuchen Vertreter aus Wirtschaft und Politik den Ingenieuren Deutschland schmackhaft zu machen. Zum Infovortrag der Handelskammer über den deutschen Arbeitsmarkt kamen immerhin 300 Menschen.

In den anderen südeuropäischen Ländern bietet sich ein ähnliches Bild wie in Spanien: Portugiesische Pflegekräfte und griechische Ärzte haben derzeit Probleme auf dem heimischen Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden und sind deshalb durchaus interessiert daran, nach Deutschland zu kommen. Die ZAV analysiert derzeit beide Länder, hat aber auch ein Auge auf osteuropäische Länder, die dringend benötigte Fachkräfte haben.

Die ZAV hat extra für diese ausländische Arbeitskräfte den 44-Seiten starken Leitfaden "Deutschland: Mitten drin - Leben und Arbeiten im Herzen Europas“ herausgebracht. Darin beantwortet die ZAV Fragen zum Einwohnermeldeamt, der Gesundheitsversorgung, Bewerbung, Kinderbetreuung und dem Arbeitsvertrag.


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