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Ortswechsel

"Genf ist eine kleine Weltmetropole"

Michael Detering
Die zweitgrößte Stadt der Schweiz ist ein teures Pflaster. Doch ihr mediterranes Flair und die internationale Atmosphäre machen sie attraktiv. Auch wenn das Nachtleben bisweilen etwas sparsamer ausfällt als in anderen europäischen Metropolen.
In Genf ticken die Uhren andersFoto: © Bente Schipp
Eddie DubielEigentlich wollte Eddie Dubiel sein Auslandspraktikum in New York oder Tokio absolvieren und bewarb sich auch entsprechend beim internationalen Programm "Join the best" der Finanzberatung MLP, das Praktika bei internationalen Unternehmen vermittelt. Als dann die Zuteilung auf Genf fiel, war Dubiels erster Gedanke: "Die Schweiz? Das ist doch gar kein richtiges Ausland." Inzwischen ist der Student der Betriebswirtschaft aus Münster aber anderer Meinung. Allein die Sprache mache Genf zu einer ausländischen Stadt. Hier spricht man kein Schweizerdeutsch, sondern Französisch. Wenn Dubiel durch die Straßen geht, hört er die Passanten auch Englisch, Italienisch oder Arabisch sprechen, denn Genf ist als Sitz der Vereinten Nationen international geprägt. "Genf ist eine kleine Weltmetropole", schwärmt er heute.

Die besten Jobs von allen

Dubiel arbeitet bei Procter & Gamble. Dort berechnet er die Rentabilität von Hygieneprodukten für Frauen. Die Stimmung im Büro sei viel weniger verkrampft als in Deutschland, meint der 23-Jährige. Wann er kommt und geht, wird nicht kontrolliert. Nach der Mittagspause können die Mitarbeiter auf bequemen Liegen noch einen Mittagsschlaf machen. Dubiel geht nachmittags oft in das hauseigene Fitnessstudio und arbeitet dafür abends etwas länger. "Die Hauptsache ist, man wird mit der Arbeit fertig", sagt Dubiel.Genfer sind sehr entspannte MenschenDie typisch gelassene Lebenseinstellung merke man auch im Alltag. "Die Leute hetzen nicht so durch die Stadt oder den Supermarkt wie in Deutschland", erzählt Dubiel weiter. Doch die entspannte Mentalität hat auch Nachteile: Das Nachtleben in Genf ist deutlich ruhiger, die Clubs haben nur am Wochenende geöffnet, viele Bars und Kneipen schließen schon früh.Da alle Praktikanten in demselben Haus wohnen, fiel es dem 23-Jährigen nicht schwer, Anschluss zu finden. Zudem organisiert das Unternehmen immer wieder Ausflüge. Und die Region hat viel zu bieten: Der Genfer See lädt ein zum Relaxen und Baden, die Berge zum Wandern und Klettern. Mit seinen Kollegen war Dubiel auf dem Jazz-Festival in Montreux, und auf einem Fluss im benachbarten Frankreich hat er eine Rafting-Tour gemacht. "Gerade im Sommer kann einem hier gar nicht langweilig werden", sagt Dubiel.

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