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Für Einsteiger

Geldanlage: Sparen mit Fonds

Sabine Hildebrandt-Woeckel
Auch wenn die meisten Studenten und Berufseinsteiger nur Minibeträge übrig haben, sind Investmentfonds ideal, um schon mal erste kleine Sparsummen auf die Seite zu schaffen. Im ersten Teil unseres Geldanlage 1x1 zeigen wir, wie es geht.
Selbst kleine Beträge clever investierenFoto: © svair - aboutpixel.de
Vom Sparen halten die Deutschen viel - zu diesem Fazit kommen mittlerweile so gut wie alle Umfragen, die Banken, Versicherungen und staatliche Stellen in der deutschen Bevölkerung so vornehmen lassen. Die Erkenntnis, dass es wohl besser ist, die Vorsorge etwas mehr in die eigenen Hände zu nehmen, hat sich in den Köpfen etabliert. Insofern verblüfft das gleich lautende Studienergebnis nicht, das kürzlich von Axa Investment Managers und TNS Infratest veröffentlicht wurde.Doch die Untersuchung brachte noch etwas anderes zu Tage: Obwohl hierzulande seit Jahren über private Altersvorsorge diskutiert wird und Investmentfonds nach übereinstimmender Meinung aller Finanzexperten zu den wichtigsten Vorsorgebausteinen gehören, weiß fast die Hälfte der Deutschen so gut wie nichts über diese Anlageform. "Ein erschreckendes Ergebnis", findet die Münchner Finanzberaterin Sylvia Gensler, dennoch kein überraschendes. Immer wieder erlebt sie, dass gerade auch junge Leute, für die diese Anlageart besonders geeignet ist, überhaupt keine Vorstellung haben, was ein Fondssparplan eigentlich ist, oder - schlimmer noch - sogar aus Angst vor vermeintlich unkalkulierbaren Risiken davor zurückschrecken.

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Zugegeben, ein Sparbuch bei der Hausbank zu eröffnen, ist ein bisschen einfacher, aber dennoch ist ein Investment in einen Fondssparplan eine lösbare Aufgabe: Wer sich fürs Fondssparen entscheidet, zahlt einmalig oder über einen Sparplan regelmäßig eine bestimmte Summe an eine Kapitalgesellschaft, die diese dann möglichst gewinnbringend investiert, zum Beispiel in Aktien, Anleihen, Immobilien oder sehr kurz laufende Anlagen. Fondsmanager versuchen durch Hin- und Herschichten Kursgewinne zu erzielen und möglichst rentable Anlagen auszumachen.Ein Stück vom großen Kuchen > Anders als bei einem direkten Aktienkauf an der Börse erwirbt der Sparer also nicht direkt Anteile an einem Unternehmen, sondern an dem Kapitaltopf, dem Fonds, in den er und andere Anleger investiert haben. Durch diese Topflösung können Sparer auch schon mit kleinen Beträgen am Kapitalmarkt investieren und eine gute Streuung ihrer Geldanlage hinbekommen.Ein Vorteil von Fondssparplänen ist ihre Flexibilität beim Ansparen: Anders als bei vielen anderen Anlageformen muss man sich nicht festlegen - weder in der Höhe des Einzahlungsbetrages noch in der Dauer. Das macht Fondssparen gerade für Studenten und Jobeinsteiger mit spärlichen oder schwankenden Einkommen interessant. Denn wer einmal knapp bei Kasse ist, kann die Sparraten herunterfahren, seltener überweisen oder ganz aussetzen. Fließt das Geld wieder üppiger, sind jederzeit höhere Raten oder Sonderzahlungen möglich.Wer bereits mit 25 oder 30 Jahren für die Zukunft vorbauen möchte, aber nicht weiß, wie viel Geld er dafür in den kommenden Jahren zur Verfügung haben wird, und gleichzeitig noch möglichst viel Gewinn erwirtschaften möchte, "der kommt am Fondssparen nicht vorbei", stellt Karin Baur, Fondsexpertin bei Finanztest, fest. In den letzten 30 Jahren erzielten Aktienfondssparpläne durchschnittliche Renditen zwischen 8,3 und 9,7 Prozent, so die aktuelle Sparplanstatistik des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI).Selbst das bei Anlegern oft gefürchtete Kursrisiko hält sich in Grenzen: Denn zum einen setzt der Fondsmanager immer auf verschiedene Wertpapiere, zum anderen können sich Sparer ja durchaus auch für risikoärmer ausgerichtete Fonds entscheiden. Darüber hinaus gleichen sich Schwankungen dadurch aus, dass die Fondsanteile regelmäßig gekauft werden. Anleger profitieren dadurch vom so genannten Cost-Average-Effekt: In schwachen Börsenzeiten, wenn Wertpapiere billig sind, kriegt man für die Sparrate mehr Anteile, in guten Börsenzeiten - bei hohen Preisen - gibt es fürs gleiche Geld weniger.

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