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Geld macht immer glücklich
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Glücksforschung

"Geld macht immer glücklich"

Interview: André Pfannenschmidt, wiwo.de
Ein Aktienportfolio macht glücklicher als der Porsche vor der Tür. Es sei denn, der Nachbar fährt nur Fiat. Der Ökonom Bernd Raffelhüschen über die vier "Gs" des Glücks, Statussymbole und die Zufriedenheit im Alter.
Herr Raffelhüschen, einer neuen britischen Studie zufolge sind vermögende Menschen mit ihrem Leben zufriedener. Macht Geld doch glücklich?

Geld macht immer glücklich, der Volksmund hat hier überhaupt nicht Recht. Jeder der mehr hat, ist zufriedener. Allerdings nimmt - ökonomisch ausgedrückt - der Grenznutzen eines wachsenden Einkommens ab. Wenn jemand 1.000 Euro netto verdient und einen Hunderter mehr bekommt, dann ist der Zuwachs an Glück fast linear, also 1.00 Einheiten. Wenn aber jemand über ein Nettoeinkommen von 5.000 Euro verfügt und 100 Euro mehr bekommt, dann ist der Zuwachs an Zufriedenheit deutlich geringer.

Den Zusammenhang zwischen Geld und Glück haben die Briten vor allem bei Aktien und Spareinlagen festgestellt. Warum steigt genau damit die Zufriedenheit?

Wenn man sich anschaut, wer Direktinvestitionen wie Aktienkäufe tätigt, dann sind das fast ausschließlich die gebildeten Schichten. Die haben meist ein hohes Einkommen, sind aber auch mit anderen Dingen des Glücks vertraut. Sie sind agiler in der Gemeinschaft, im Bekannten- und Freundeskreis, und leben bewusster. Ich bin mir sicher, dass es eine hohe Korrelation zwischen Aktienbesitz und sportlicher Betätigung, etwa Joggen, gibt. Auch kulturelle Aktivitäten, die ebenfalls glückstreibend sind, korrelieren damit.

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Aber ist Vermögen wirklich der Auslöser?

Korrelation und Kausalität sind ja zwei verschiedene Dinge. Da kann ich nur spekulieren. Wir kennen nie wirklich die Kausalitätsstränge, das betont auch der so genannte Glücksatlas, den ich wissenschaftlich betreue. Das Zusammenspiel vieler Komponenten macht den allgemeinen Zufriedenheitszustand aus, nicht einzelne Faktoren.

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