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Millionär
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Gehaltswünsche

Macht Streben nach Reichtum unglücklich?

Teil 2: Lottogewinn und erste Million

Irgendwo zwischen 80.000 und 100.000 Euro Jahreseinkommen verliert sich der Zusammenhang fast vollends. Ökonomen sprechen hier von einem abnehmenden Grenznutzen.

Millionäre sind zwar im Mittel glücklicher als Menschen, die "nur" gut verdienen, aber dieser Unterschied ist unbedeutend im Vergleich zum Abstand zwischen Gut- und Geringverdienern.

Warum spielen dann trotzdem so viele Menschen Lotto, woher kommt der Mythos von der ersten Million? Eine Erklärung: Menschen können nur schlecht voraussagen, wie sich Ereignisse in der Zukunft auf ihr Empfinden auswirken werden. Psychologen nennen diesen Prozess Affective Forecasting. Die Valenz, also ob uns etwas ge- oder missfallen wird: Das schaffen wir noch ganz gut. Aber bei Intensität und Dauer liegen wir meist daneben.

Glückskick dank Hauptgewinn

Zwar sagen die meisten Menschen korrekt vorher, dass ein Sechser im Lotto sich positiv auf ihr Empfinden auswirken würde. Sie überschätzen allerdings massiv, wie stark diese Wirkung sein würde und auch wie lange diese Veränderung anhalten würde. Studien mit echten Lottogewinnern zeigen: So ein Hauptgewinn gibt uns in der Tat einen Glückskick.

Doch der Anstieg ist weit weniger bedeutend als gemeinhin angenommen. Nach ein paar Monaten, spätestens ein bis zwei Jahren, ist es aus mit der Herrlichkeit. Letztlich gewöhnen wir uns einfach emotional an die neuen Lebensumstände. Das, was einst besonders glücksstiftend war, wird zur Normalität.

Der Unterschied zwischen Haben und Habenwollen

Studien legen außerdem nahe, dass sich das Streben nach Reichtum negativ auf unsere Lebenszufriedenheit auswirkt. Wer finanzielle Ziele als zentralen Ausgangspunkt seines Handelns definiert, macht sein Lebensglück zwingend von extrinsischer Motivation abhängig. Laut der Selbstdeterminationstheorie, dem einflussreichsten Gedankengebäude der letzten 30 Jahre zur Frage, was Menschen im Kern antreibt, streben Menschen nach der Befriedigung von drei grundlegenden psychologischen Bedürfnissen:

1. Bindung an andere Menschen
2. Kompetenzerleben und Selbstwirksamkeit
3. Autonomie.

Wenn wir uns also Tätigkeiten widmen, die eines oder mehrere dieser Bedürfnisse ansprechen, erleben wir dies als intrinsisch motivierend. Wir haben dann ein Flow-Gefühl und sind wie Kinder beim Spielen.

Das Spüren dieses inneren Antriebs wiederum geht mit einem hohen Maß an Zufriedenheit einher. Geld hingegen nützt an dieser Stelle, wenn überhaupt, dann nur sehr mittelbar. Wer sich also beispielsweise einen Beruf aussucht, der ein hohes Einkommen verspricht, aber nicht auf die Befriedigung unserer basalen Bedürfnisse einzahlt, opfert für den finanziellen Erfolg mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Stück Lebensglück.