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Wenn Sie 2018 also mehr Geld verdienen möchten, fragen Sie jetzt noch nach.
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Gehaltserhöhung

Jetzt das Gehalt für 2018 verhandeln

Kerstin Dämon, wiwo.de
16 Prozent der Unternehmen wollen im Januar die Gehälter erhöhen. Wenn Sie 2018 also mehr Geld verdienen möchten, fragen Sie jetzt noch nach. Zu spät für die Januarrunde? Kein Problem: Eine zweite Welle kommt im April.
Mehr als die Hälfte der deutschen Betriebe hat ihre Gehaltspläne für das kommende Jahr fertig in der Schublade. Ab September wissen die Firmen in der Regel, um wie viel Prozent sie die Löhne im kommenden Jahr anheben wollen, ob sie Boni ausloben oder ob es Nullrunden gibt. "40 Prozent der Unternehmen haben noch keine Entscheidung für 2018 getroffen", sagt Thomas Gruhle, Vergütungsexperte bei der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry Hay Group. Bei 60 Prozent ist die Planung also fix, die Mehrheit will ihren Mitarbeitern die Löhne um rund zwei Prozent erhöhen.

"Die Prognose zur Lohnerhöhung bei deutschen Unternehmen pendelt jedes Jahr zwischen 2,5 und drei Prozent – und zwar unabhängig von der Inflation", so Gruhle. Das heißt natürlich nicht, dass Einzelne nicht viel mehr aushandeln können – oder dass andere nichts bekommen.

Gehaltserhöhungen im Januar und April

Aus der aktuellen Vergütungsstudie von Korn Ferry, auf die sich Gruhle bezieht, geht jedenfalls auch hervor, wann die Betriebe die Gehaltserhöhungen auszahlen. Und zwar im Januar und April. Zu Beginn des Jahres steigen demnach in 13,2 Prozent der Betriebe die Löhne für Mitarbeiter, die nach Tarif bezahlt werden. Wenn sie ohnehin schon mehr Geld zahlen müssen, erhöhen die meisten Betriebe zeitgleich auch ihren außertariflich Beschäftigten das Gehalt. Entsprechend gibt es kommenden Januar in 16 Prozent der Firmen eine Gehaltserhöhung für den AT-Bereich – wenn es denn zuvor ausgehandelt wurde. Im April gibt es bei 19,9 Prozent (tariflich) beziehungsweise 21 Prozent der Firmen (außertariflich) mehr Geld für die Mitarbeiter.

Unterschiede zwischen tariflich und außertariflich Beschäftigten

In diesem Jahr braucht sich allerdings niemand mehr große Hoffnung auf eine Gehaltserhöhung machen: Im November vergeben nur 0,7 Prozent der Unternehmen noch Zuschläge an Mitarbeiter, die außertariflich bezahlt werden. Das zeigt der Gehaltsreport vom vergangenen Jahr. Im Dezember sind es – es ist ja schließlich Weihnachten – mit 1,8 Prozent ein bisschen mehr.

Aber wohlgemerkt: Diese Erhöhungen gibt es nur im außertariflichen Bereich. Wer nach Tarif bezahlt wird, guckt in beiden Monaten in die Röhre. Auch im kommenden Jahr soll sich daran nicht viel ändern: Im November 2018 wollen 2,1 Prozent der Unternehmen noch ein Gehaltsplus ausschütten, im Dezember kommenden Jahres gibt es nur noch bei 0,4 Prozent der Firmen mehr Geld.

"Im Herbst ist der Gehaltsetat, den man sich wie einen Kuchen vorstellen kann, schon fast vergriffen und die Stücke werden kleiner", begründet Gehaltscoach Martin Wehrle diese Verteilung.


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 27.10.2017