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Neues Jahr, mehr Geld: Wie viel lässt sich 2017 für Sie finanziell rausholen?
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Gehaltsprognosen 2017

In welchen Branchen Sie träumen dürfen

Teil 3: Chef-Sein lohnt sich

Einige Beispiele: Demnach verdiente Beiersdorf-Chef Stefan F. Heidenreich im Jahr 2014 das 17-fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters. Ex-Chef Michael Diekmann bekam 33 Mal so viel wie ein durchschnittlicher Allianz-Mitarbeiter und Karl-Ludwig Kley verdiente das 81-fache von dem, was ein normaler Angestellter beim Pharmakonzern Merck bekam. Den Vogel abgeschossen hat übrigens Volkswagen: Laut Hans-Böckler Stiftung verdiente Ex-Chef Martin Winterkorn 141 Mal so viel wie ein durchschnittlicher VW-Mitarbeiter.

Falls es den Merck-Angestellten ein Trost ist: Laut den Branchenprognosen wird in der Chemie- und Pharmabranche die Gehaltserhöhung für einfache Angestellte im nächsten Jahr prozentual höher ausfallen als die der Führungskräfte. Hinzu kommt, dass die Fachkräfte die einzigen im Unternehmen sind, deren Gehalt deutlich über dem Durchschnitt liegt: Das Senior Management in der Chemie- und Pharmabranche bekommt in der Regel das marktübliche Durchschnittsgehalt, das mittlere Management verdient nur leicht überdurchschnittlich.

Tariflöhne steigen in einigen Branchen

Branchen, in denen Tarifangestellte die prozentual höhere Gehaltserhöhung als der Vorstand bekommen, gibt es natürlich auch: In der Baubranche beispielsweise steigen die Gehälter der Tarifmitarbeiter nächstes Jahr um 2,5 Prozent. Bei den Mitarbeitern, die außertariflich vergütet werden, steigen die Bezüge schon nur noch um 2,4 Prozent. Und auch leitende Angestellte und Mitglieder der Geschäftsleitung bekommen 2,4 Prozent mehr Geld und damit eine geringeres Plus als die Angestellten, die nach Tarif bezahlt werden.

Und auch in der Energiebranche steigt das Tarifgehalt im kommenden Jahr um 2,4 Prozent, wogegen leitende Angestellte und Mitglieder der Geschäftsleitung sich mit einem Lohnplus von 2,2 Prozent zufrieden geben müssen.

Inflation 2017 bremst den Anstieg von Realgehältern aus 

Zum Schluss noch ein kleiner Wermutstropfen: Während Mitarbeiter die letzten zwei Jahre nach Gehaltserhöhungen auch real mehr in der Tasche hatten, wird die Inflation 2017 für ein eher mickriges Plus sorgen. Je nach dem, wessen Prognose eintrifft: Die Europäische Kommission geht von einer Inflationsrate von 1,5 Prozent aus, die Experten von The Economist Intelligence Unit rechnen mit 1,7 Prozent.

Zum Vergleich: 2016 liegt die Inflationsrate in Deutschland bei 0,4 Prozent. 2015 und 2016 sind die Reallöhne also stärker gestiegen, als sie es nächstes Jahr tun werden – so die Prognosen eintreten. Oder, wie Gruhles Kollege Thomas Haussmann sagt: "Die Reallöhne steigen deutlich weniger, aber noch geht die Party weiter."


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 21.10.2016