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Rechtzeitig über Jobs und Gehälter informieren
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Boiling-Frog-Syndrom

Gefahr für Unternehmen und Mitarbeiter

AK
Die Digitalisierung bringt das Boiling-Frog-Syndrom wieder in den Fokus: Viele Unternehmen reagieren wie der Frosch im sich langsam erhitzenden Kochtopf – schlicht zu spät. Das gilt auch für Arbeitnehmer: Wer den Absprung nicht rechtzeitig wagt, bleibt auf der Strecke.
Die Industrie 4.0 verlange nach "Mut und Risikobereitschaft", erklärte kürzlich der Unternehmensberater Markus C. Koch auf dem Goetzfried-Fachkonvent "It's Morning". Innovations- und Modernisierungsprojekte stellen bislang vorwiegend die großen Konzerne auf die Beine.

Dabei kommt es im Rahmen der rasanten technologischen Entwicklung insbesondere auf das Zusammenspiel von Mensch und Maschine an. Der Faktor Mensch sei besonders wichtig und beachtenswert, denn die Anforderungen an jeden Mitarbeiter werden spürbar komplexer.

Die Änderungen der künftigen Arbeits- und Lebenswelten fordern nicht nur Unternehmen jeder Größenordnung heraus. Jeder Einzelne ist jetzt gefragt, sich darauf vorzubereiten. Viele Arbeitnehmer machen sich das nicht bewusst, sie hinterfragen ihre Jobs nicht und verfolgen nicht, wie sich die Jobanforderungen in den Stellenangeboten und Profilen verändern.

>>> Mehr Druck, weniger Sicherheit
>>> Orientierung im Digitalisierungsdschungel

Wichtig ist es aber gerade jetzt, den Jobmarkt immer im Blick zu behalten – und zum Beispiel nicht erst dann nach neuen Stellenangeboten zu schauen, wenn es um das Thema Gehalt geht.

Denn meistens ist es genau so, dass Arbeitnehmer sich nur dann nach neuen Jobs umsehen, wenn sie ihr Gehalt aufbessern wollen. Aus nachvollziehbaren Gründen: Wie eine globale Befragung der Job- und Recruitingplattform Glassdoor unter 8.000 Angestellten ergab, ist nicht nur die Gehaltstransparenz in den Unternehmen sehr gering, sondern generell wissen die wenigsten über marktübliche Gehälter Bescheid. Also klopfen sie bei der Konkurrenz an und erhoffen sich, dort mehr verdienen zu können. Für rund 60 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland steht fest,  dass sie das Unternehmen wechseln müssen, um mehr Gehalt durchzusetzen.

Die Studie legt nahe, dass mehr Gehaltstransparenz eine bessere Mitarbeiterzufriedenheit schafft und damit den Geschäftserfolg erhöht. Unternehmen, die erfolgreich am Markt bestehen wollen, sind also aufgerufen, rechtzeitig einen passenden Rahmen für stärkere Mitarbeiterzufriedenheit zu schaffen – auch was die Technisierung (Arbeit 4.0) betrifft.
Wer versucht, es auszusitzen, wird sich schon bald an den Frosch im Kochtopf erinnern müssen.
Dieser Artikel ist erschienen am 13.04.2016