Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Herzkrank im Job
Foto: CandyBox Images/Fotolia.com
Jobpsychologie

Gefahr durch Langeweile

Tina Groll, zeit.de
Wer sich chronisch langweilt, ist anfällig für Bluthochdruck und psychische Krankheiten, sagen Forscher. Dann doch lieber Langeweile in kleinen Dosen: Sie beflügelt angeblich die Kreativität.
Wer sich im Job langweilt, hat ein höheres Herzinfarkt-Risiko als Menschen, die Sinn und Erfüllung in ihrer Arbeit finden. Die Ergebnisse britischer Forscher aus einer Langzeitstudie unter Beamten sind erstaunlich. Langeweile als Gesundheitsrisiko?

Auch andere Studien belegen, dass Langeweile Stress verursacht. Wer sich langweilt, hat einen höheren Puls und Blutdruck als andere, und in seinem Blut findet sich das Stresshormon Cortisol.

Damit sei Langeweile sogar stressiger als Traurigkeit, haben Neurowissenschaftler in Kanada herausgefunden. Das Magazin Psychologie heute hat den Stand der Wissenschaft zum Thema Langeweile jetzt zusammengefasst.

Lebendiges Belohnungszentrum

Einig sind sich die Forscher demnach darüber, dass sich Langeweile als biochemischer Prozess im Kopf erklären lässt. Wer monotone Tätigkeiten verrichtet, aktiviert sein Belohnungszentrum im Gehirn wenig.

Ist dies über einen längeren Zeitraum der Fall, kann ein Dopaminmangel entstehen. Dann ist die Anfälligkeit für psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angstzustände, Aggressionen oder Suchterkrankungen größer.

Zugleich lässt ständige Langeweile die Widerstandskraft gegen widrige Umstände sinken, die sogenannte Resilienz.


Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick