Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Tricksen bei der Jobsuche
Foto: Gina Sanders/Fotolia.com
Bewerbungspfusch

Gefährliche Tricksereien

Teil 2: Zwei Schummelschwerpunkte

Denn im Internet werden von selbst ernannten Spezialisten bereits Tipps gegeben, wie sich Lebensläufe tunen und sich so unangenehme Nachfragen von Personalchefs vermeiden lassen.

"Vermeintliche Experten suggerieren, dieser Schwindel sei üblich, ja sogar notwendig, um sich im Haifischbecken der Bewerber zu behaupten", sagt Personalberaterin Renate Schuh-Eder.

Getrickst wird offenbar auf jeder Hierarchie-Ebene und in jeder Branche, egal, ob es um eine neue Stelle bei einem Konzern oder bei einem mittelständischen Unternehmen geht. Allerdings fliegen mehr Männer als Frauen auf, und es gibt offenbar zwei Schummel-Schwerpunkte im Berufsleben.

Aus Eitelkeit und Geltungssucht

Lotzes Auswertungen zeigen: Besonders viele Leute mogeln im Alter zwischen 25 bis 34, die zweite auffällige Gruppe sind Angestellte Mitte vierzig. Der Detektiv interpretiert das so: "Berufseinsteiger wollen besonders schnell aufsteigen, und bei den Mittvierzigern soll sich gehaltlich und beruflich auch noch mal ein deutlicher Sprung ergeben. Die Älteren werden häufig beim Titelbetrug erwischt."

Nach Lotzes Einschätzung sind Eitelkeit und Geltungssucht der Grund dafür.

Naive Schwindeleien

Und so stößt der Düsseldorfer Detektiv bei seinen Überprüfungen immer wieder auf Titel ausländischer Bildungsstätten, deren Abschlüsse in Deutschland nicht anerkannt sind oder auf Adressen im In- und Ausland, die für ihren Handel mit Doktor- und Professorentiteln berüchtigt sind.

Besonders dreist allerdings war ein Jobbewerber, der sich schlicht mit dem Doktortitel eines Namensvetters schmückte und darauf setzte, dass dieser Schwindel keinem auffällt – im Zeitalter von Google regelrecht naiv.


Themen im Überblick

Fair Company | Initiative