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Viele Mütter arbeiten Teilzeit.
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Befristete Teilzeit

Garantie für die Vollzeit

Marcel Berndt, wiwo.de
Teilzeit-Beschäftigte sollen einen Anspruch darauf haben, wieder in ihre Vollzeit-Stelle zurückzukehren. Das fordert Familienministerin Schröder. Das Institut der deutschen Wirtschaft warnt, dass dies zu Entlassungen führt.
Teilzeitarbeit ist bei deutschen Frauen fast der Normalzustand. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln stecken 46 Prozent aller deutschen Frauen in Teilzeitarbeit. Dies liegt vor allem an den zahlreichen berufstätigen Müttern: "Da es in Deutschland zu wenig Betreuungsmöglichkeiten gibt, ist Teilzeit noch immer die bestmögliche Lösung, um Beruf und Familie zu vereinbaren", sagt IW-Arbeitsmarktexperte Oliver Stettes. Er hat sich mit den Karrierechancen von Frauen auseinandergesetzt.

Seine Untersuchung hat jedoch auch ergeben, dass viele Frauen in Teilzeit beschäftigt sind, da sie keine Vollzeit-Stelle finden. Dies ist bei 14 Prozent der Frauen der Fall.

Daher will Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) durchsetzen, dass Menschen, die wegen Betreuung von Kindern oder älteren Menschen in Teilzeit gehen, einen Anspruch darauf haben, diese Teilzeittätigkeit zu befristen und sie garantiert wieder in ihre Vollzeitstelle zurückkehren können.

Eine Phase des Lebens

"So gut wie niemand will sein ganzes Leben in Teilzeit arbeiten", sagt sie in einem Interview der Westdeutschen Zeitung (WAZ). "Es ist deshalb die Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass Teilzeit genau das sein kann, was sich die meisten wünschen: eine Phase im Leben."

Den Rechtsanspruch auf Teilzeit gebe es seit 13 Jahren, allerdings fehle ein entsprechender Anspruch auf Rückkehr zu Vollzeit. „Da läuft etwas schief“, sagt die Ministerin. Allerdings stellt sie sich vor, dass Unternehmen bei „wirklich dringenden Gründen“ widersprechen können.