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Psychologie

Fremde Sprache, bessere Entscheidungen

Daniel Rettig, wiwo.de
Laut einer neuen Studie können Menschen rationalere Entscheidungen treffen – wenn sie über das Problem in einer Fremdsprache nachdenken.

Foto: Robert-Kneschk/Fotolia.com

Entscheidungsfrage: Apfel oder Birne?

Millionen von Menschen sprechen mehrere Sprachen – und viele benutzen auch im täglichen Arbeitsleben häufig nicht ihre Muttersprache, sondern eine Fremdsprache.

Glaubt man einer neuen Studie, dann könnte sich das sogar auf die Art auswirken, wie die Mehrsprachler Entscheidungen treffen. Zu diesem Resultat gelangte Boaz Keysar, Psychologe an der Universität von Chicago, in insgesamt sechs Experimenten.
 
Für einen Versuch gewann er 54 US-Studenten, die außer ihrer Muttersprache Englisch auch Spanisch sprachen. Jedem Freiwilligen überreichte Keysar 15 Dollar in Ein-Dollar-Scheinen. Nun konnten sie entscheiden, ob sie den Dollar entweder behalten oder ihn für die Möglichkeit aufs Spiel setzen wollten, weitere 1,50 Dollar zu gewinnen – mit einem Münzwurf.

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Fremdsprachler denken weniger intuitiv

Will sagen: In jeder Runde konnten sie 2,50 Dollar verdienen oder einen Dollar verlieren. Keysar wollte dadurch herausfinden, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Studenten attraktive Wetten eingingen. Denn: Statistisch gesehen beendeten die Freiwilligen die Wette mit einem Gewinn, wenn sie bei allen 15 Versuchen setzten. 

Und dabei zeigte sich: Wer an dem Spiel in seiner Muttersprache teilnahm, konzentrierte sich vor allem auf die Verlustangst, jeden Einsatz zu verlieren. Jene Probanden wetteten nur in 54 Prozent der Fälle. Die Studenten, die an dem Versuch auf Spanisch teilnahmen, wetteten hingegen in 71 Prozent aller Fälle

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 01.06.2012

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