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Mein Beruf: Maschinenbauer

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Anne Koschik
Der Maschinenbau beschäftigt mehr als 900.000 Angestellte. Davon sind rund ein Viertel Ingenieure (13 Prozent) und Techniker (11 Prozent). Zwischen 2007 und 2010 stieg die Zahl der im Maschinenbau beschäftigten Ingenieure um mehr als 7.000 – trotz Krise. Die Zahl der unbesetzten Stellen ist fast viermal so hoch und hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Kein Wunder, dass die Stellenanzeigen kontinuierlich zunehmen.
Foto: R. Sturm/Pixelio
Der Anlagen- und Maschinenbau weist eine typische Mittelstandsstruktur auf: Zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten in Unternehmen mit maximal 250 Beschäftigten, wie eine Studie des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) in München belegt. Diese Unternehmen sind oft "Hidden Champions", Weltmarktführer, auf ihrem Gebiet. Sie haben eine hohe Innovationskraft und beliefern alle Branchen mit Hochtechnologieprodukten – sei es im Werkzeugmaschinenbau, in der Antriebs- und Fördertechnik, in der Lufttechnik, bei Bau- und Baustoffmaschinen oder Präzisionswerkzeugen.

Der Computer ist mittlerweile wichtigstes Arbeitsgerät der Maschinenbau-Ingenieure, so die Studienergebnisse des ISF. Beraten und Informieren gehört zu den häufigsten Tätigkeiten. Wichtig und zeitraubend sind auch Recherche und Dokumentation. Rund 35 Prozent der Ingenieure beschäftigen sich mit Organisation, Planung und Vorbereitung von Projekten und nur ein Viertel entwickelt, forscht und konstruiert Maschinen

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Maschinenbauer beackern extrem dynamische Wirtschaftsfelder, denn die technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen erfordern eine kontinuierliche Anpassung. Permanentes Weiterlernen gehört deshalb für Maschinenbauingenieure genauso zu ihrem Job, wie global zu agieren. Die Internationalität fordert aber auch ihren Tribut von den Mitarbeitern: Sie müssen im Idealfall sehr mobil sein, sprachlich gewandt und interkulturell auf der Höhe.

Entwicklung der Stellenanzeigen für Maschinenbauer seit Oktober 2010
 

Die gute Zeiten für Maschinenbauer setzen sich fort. Der Anzeigenmarkt befindet sich auf hohem Niveau: Das zeigt selbst die Delle um den Jahreswechsel, als immerhin noch rund 40.000 Jobs im Netz angeboten wurden. Quelle: Jobturbo



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Das sagen Experten zur Lage auf dem Arbeitsmarkt
»Der deutsche Maschinenbau hat endlich wieder Rückenwind, Tausende von neuen Arbeitsplätzen sollen in diesem Jahr geschaffen werden. Dennoch bleibt die Branche anfällig für Krisen. Ein bitterer Beigeschmack für Bewerber?«In der Tat : Der Maschinenbau ist sehr konjunkturanfällig. Allerdings zahlt der Maschinenbau auch relativ hohe Löhne – auch im Vergleich zu anderen Industriezweigen. Zudem bieten sich in der Branche interessante Tätigkeitsfelder für junge Menschen, weil es mehr um Einzelfertigung und damit um Projektarbeit geht, und weil die mittelständischen Strukturen weniger anonym sind. Karl Brenke, Arbeitsmarktforscher Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Nein! Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist zwar als typischer Hersteller von Investitionsgütern durch mitunter starke zyklische Schwankungen herausgefordert. Aber gerade in Zeiten der Finanzkrise, in denen die Maschinenproduktion 2009 um 25 Prozent einbrach, die Zahl der Beschäftigten aber nur um 1,4 Prozent sank, zeigt sich, wie flexibel die Branche heutzutage aufgestellt ist. Und bei zunehmender Personalknappheit haben potenzielle Bewerber selbst in Zeiten, in denen die Konjunktur mal nicht rund läuft, gute Chancen. Für das laufende Jahr rechnet der VDMA mit 14 Prozent Produktionswachstum und zwanzigtausend neuen Stammarbeitsplätzen. Olaf Wortmann, Konjunkturexperte im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)

Ich denke für Fachkräfte, vor allem Ingenieure, bietet der Maschinenbau sehr gute Perspektiven. Denn es handelt sich um eine enorm wichtige Branche für den Produktionsstandort Deutschland. Natürlich kann sich keine Branche vollständig gegen externe Krisen schützen. Der Maschinenbau hat sich von der letzten Krise, u.a. wegen der umsichtigen Personalpolitik der Unternehmen, jedoch schnell wieder erholt. Willi Fuchs, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI)



Dieser Artikel ist erschienen am 20.04.2011

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