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Freiberufler IT
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IT-Experten

Freiberufler sind für Firmen billiger

Tina Groll, zeit.de
Obwohl die IT-Branche unter Fachkräftemangel leidet, bauen Konzerne feste Stellen ab. Sie setzen lieber auf Selbstständige, denn die sind billiger.
Der Technologiekonzern Hewlett Packard will in Europa bis Ende kommenden Jahres 8000 Stellen streichen: Rund zehn Prozent der Beschäftigten in Deutschland werden offenbar ihren Job verlieren. Der Mobilfunkhersteller Nokia will mehr als tausend Stellen wegrationalisieren. Auch IBM plant, mittelfristig 8000 Arbeitsplätze zu streichen. Der Konzern habe vor, Projekte stärker als bisher extern auszuschreiben, berichtet das Handelsblatt.

Diese Entlassungen stehen beispielhaft für eine größere Entwicklung: Unternehmen aus der IT-Branche ersetzen immer öfter Festangestellte durch Freischaffende, weil sie billiger sind.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Personaldienstleisters Etengo und der Fachhochschule Ludwigshafen.

Weniger festangestellte IT-Kräfte als gedacht

Auch langfristig rechnen sich demnach Freiberufler mehr als fest angestellte IT-Kräfte. Die Studie enthält zudem neue Schätzungen, wie verbreitet freie Mitarbeiter in Technologieunternehmen sind. 

Bislang gingen Arbeitsmarktforscher von einem Anteil von zehn Prozent aus, die Autoren der Studie kommen nun auf rund 20 Prozent.

Für die Untersuchung haben die Wissenschaftler Führungskräfte aus Großkonzernen, mittelständischen Unternehmen und Kleinunternehmen befragt. Die Bedingung: Die Manager mussten in den vergangenen zwei Jahren mit selbstständigen Fachkräften und fest angestellten Mitarbeitern zusammengearbeitet haben.

Hohe Kosten für die Rekrutierung

Die Autoren der Studie nutzten die Antworten für einen Kosten-Nutzen-Vergleich. Ihr Ergebnis: Wenn die Unternehmen Fachkräfte kürzer als 26 Monate beschäftigen, ist es für sie billiger, Freiberufler zu engagieren. Erst wenn Menschen länger als zweieinhalb Jahre für ein Unternehmen arbeiten, lohnt es sich für die Unternehmen, diese Mitarbeiter fest anzustellen.

Das liegt auch daran, dass den Unternehmen bei der Suche nach festen Mitarbeitern hohe Kosten entstehen. Anders als Freischaffende müssen sie aufwändig geworben und ausgesucht werden – auch deshalb sind sie teuer.

Nur wenn man diese Rekrutierungskosten ignoriert, lohnt es sich schon ab einer Beschäftigungsdauer von acht Monaten, feste Mitarbeiter zu beschäftigen. Das ist eine Kostenrechnung, die jedes Unternehmen anstellt, bevor es freie Projektarbeiter einstellt.


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