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Freaks sind Querdenker
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Personalmanagement

Freaks bringen Unternehmen auf Erfolgskurs

Julia Gurol, wiwo.de
Angepasste Durchschnittstypen mit steiler Karriere – das war gestern. Jetzt sind es die Querdenker, die die Firmen voranbringen können. Das meint zumindest Personalberaterin Uta von Boyen.
Die meisten Unternehmen setzen bei der Auswahl ihrer Führungskräfte auf schicke Lebensläufe, steile Karrieren und angepasste Durchschnittstypen. Allroundtalente anstelle von Experten beherrschen den Markt. Je weniger Ecken und Kanten ein Kandidat hat, desto besser.

Beständigkeit und Mittelmaß sind mehr wert als Kreativität und originelles Denken. Das beginnt schon im Kindergarten und geht in der Grundschule und in der Hochschule weiter – das deutsche Bildungssystem ist ausgerichtet auf den Durchschnitt.

Dieses Phänomen zieht sich bis in die Personalabteilungen großer deutscher Unternehmen. Alleine bei der Bewerbung zeigt sich, dass die Personalabteilungen nach geregelten Mustern vorgehen. Da zählt oft die Abiturnote oder der Studienabschluss mehr als spezielle Stärken und persönliche Fähigkeiten.

Neue Wege gehen

Die Folge: Hochbegabte Schüler, Querdenker oder Studenten mit besonderen Erfahrungen oder ausgefallenen Praktika werden ausgebremst. Zu abgedreht, zu weit weg vom Durchschnitt, hat die Wirtschaft keine Verwendung für sie. Uta von Boyen, Personalberaterin, sieht in dem Phänomen eine große Gefahr. Denn Peaks und Freaks könnten die Lösung für viele Probleme darstellen.

Sie trauen sich, was die Allrounder meist nicht wagen: neue Wege zu gehen, mehr Schwung und Dynamik in die Unternehmen zu bringen und wenn nötig auch mal eine ganze Konzernstruktur umzukrempeln. Auch wenn sie Ecken und Kanten haben und den ein oder anderen Stachel, schaffen es die Unangepassten, die oft als Spiky Leaders oder Peak Performer bezeichnet werden, einem Führungsteam den ganz besonderen Drive zu geben.

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