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Management

Frauen streben an die Macht

Claudia Obmann
In Deutschland sind Managerinnen in Top-Positionen selten, in den deutschen Aufsichtsräten belegen Frauen nur jeden zehnten Sitz. Doch Lobbyisten machen endlich mehr Druck - aus gutem Grund. Denn gemischte Teams erzielen häufig ein besseres Ergebnis.
Frauen haben nur selten einen Vorstandsposten inneFoto: © Frank Eckgold - Fotolia.com
Frauen sind wie Teebeutel. Wie stark sie sind, zeigt sich erst, wenn man sie in heißes Wasser wirft", soll Margaret Thatcher einmal gesagt haben. Seit der Regierungszeit von Englands "Eiserner Lady" haben berufstätige Frauen zum Beweis ihrer Leistungskraft in vielen Ländern staatliche Nachhilfe bekommen: So müssen schwedische Arbeitgeber ihre Jahresplanung für eine ausgewogene Beschäftigungs- und Entgeltstruktur veröffentlichen; in den USA drohen harte Strafen im Diskriminierungsfall. Besonders weit hat es Norwegen mit seiner Quotenregelung gebracht: Dank gezielter Nachwuchsschulung konnte der geforderte Frauenanteil von 40 Prozent in den höchsten Wirtschaftsgremien, den Aufsichtsräten, sogar um zwei Prozent übertroffen werden.In Deutschland wächst der Unmut

Die besten Jobs von allen

Kein Wunder, dass hierzulande der Unmut bestens ausgebildeter Frauen über den Männerclub der Deutschland AG wächst: "Die Zeit ist überreif für tiefgreifende Veränderungen", sagt Carola Eck-Philipp, Sprecherin des größten Managerinnen-Netzwerks EWMD. Gemeinsam mit den Unterzeichnerinnen der sogenannten Nürnberger Resolution, fordern die rund 800 EWMD-Mitglieder nun eine gesetzliche 40-Prozent-Quote für weibliche Aufsichtsratsmitglieder inklusive Qualifikationsnachweis für alle Kontrolleure und Förderprogramme für weiblichen Führungsnachwuchs wie in Norwegen.Die Managerinnen wollen sich mit der jahrelangen Selbstverpflichtung deutscher Bosse zur Frauenförderung nicht mehr zufrieden geben. Denn das Ergebnis stagniert: In den 30 Dax-Unternehmen hat mit Siemens-Chefeinkäuferin Barbara Kux nur eine einzige Frau einen Vorstandsposten. Bei den 200 größten deutschen Firmen sind nach aktueller Zählung des Deutschen Instituts für Wirtschaft 21 von 833 Vorständen weiblich - ein Anteil von 2,5 Prozent. Und in den deutschen Aufsichtsräten belegen Frauen jeden zehnten Sitz, wobei drei Viertel von Arbeitnehmerseite kommen.Deutschland braucht wirksamere Frauenförderung"Kindergärten zur Unterstützung aufstiegswilliger Mütter sind gut und schön, aber Frauenförderung muss von oben nach unten erfolgen, damit sie wirkt", sagt Anke Domscheit. Die Microsoft-Managerin koordiniert die Lobbyarbeit der wachsenden Zahl von Quotenbefürwortern in Berlin. "Die Abwesenheit von Frauen bedeutet nicht, dass es keine qualifizierten Kandidatinnen gibt. Aber für Frauen ist es schwer, in die Old-Boys-Networks der Spitzengremien vorzudringen. Denn die Besetzung erfolgt häufig nach dem Prinzip ,Gleich und gleich gesellt sich gern'."

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