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Expat-Frauen: Herausforderungen in der Fremde
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Expat-Frauen

Frauen in der Ferne

Teil 3: In Pumps und Gummistiefeln

Nora Müller-Alten in den USA und Afrika


Nora Müller-Alten hatte schon immer ein Faible für fremde Kulturen. "Neugier treibt mich an", erzählt die 29-jährige Beraterin. Die Darmstädterin arbeitet heute in New York für die Unternehmensberatung Boston Consulting Group. Von dort aus betreut sie soziale Projekte – unter anderem in Afrika. Da geht es etwa um innovative Ideen für Abwassersysteme in Flüchtlingslagern in Uganda und Äthiopien.

Rollkoffer, Pumps und Kostüm tauscht die Beraterin dann gegen Rucksack, Trekkinghose und Gummistiefel. Denn in Uganda muss sie durchaus auch Toiletten in Flüchtlingslagern inspizieren. "Ich habe keine Berührungsängste. Afrika ist faszinierend", betont die Volkswirtin mit einem MBA-Abschluss aus Yale.

Zwischen den Extremen pendeln

Momentan arbeitet Müller-Alten zwei Wochen in New York, wo auch ihr deutscher Freund lebt. Die restliche Zeit des Monats ist sie unterwegs. "Im Ausland habe ich viel über mich und meine deutsche Identität gelernt", meint sie. Zum Beispiel auch, wie unterschiedlich Probleme gelöst werden können. "Wenn in Afrika öffentliche Verkehrsmittel fehlen oder offizielle Finanzinstitute, wird das oft effizienter auf informellen Wegen gelöst oder mit innovativer Mobiltechnologie", sagt sie. Mikrokredite per Handy zum Beispiel sind dort verbreitet.

Die Arbeitswelten, zwischen denen die Beraterin pendelt, sind sehr verschieden. In den USA spielt Vielfalt in allen Facetten generell eine stärkere Rolle. So gibt es oft mehr Frauen im Team. "Viele meiner Kollegen sind in anderen Ländern aufgewachsen und bringen andere Sichtweisen mit. Schließlich hat hier jeder einen Migrationshintergrund", sagt Müller-Alten. Die Arbeitsatmosphäre in den USA findet sie informeller und dadurch persönlicher als in Deutschland. Allerdings sagte ihr auch einmal jemand: "Nora, I love your honesty!" Eine nette Umschreibung für: "Du bist zu direkt."

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