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Froschperspektive
Foto: Christian Müller/Fotolia.com
Kienbaum-Interview zum Thema Firmenkundenbetreuer

"Zwischen Froschperspektive und Helikopterblick"

Teil 2: Interne Karrieremodelle und die Kontinuität im Markt

Wird das bei allen Banken so umgesetzt?

Kracht: Wir befinden uns in einer Übergangsphase. Die Erkenntnis ist aber die, dass Firmenkundenbetreuer heutzutage einen umfassenden Überblick haben müssen über die Sorgen und Nöte der Kunden. Sie befinden sich im strategischen Dialog, müssen die Bedarfssituation und Ankerpunkte für Bankdienstleistungen und -produkte erkennen und dabei eine sehr breite Klaviatur bespielen. Das Zukunftsprofil des Firmenkundenbetreuers baut auf einer ständigen Wechselwirkung zwischen dem Helikopterblick auf die Gesamtheit des Unternehmen und der Froschperspektive für Einzeltransaktionen. Gefordert wird die Kreditausbildung auf der einen Seite und die Erfahrungen eines Senior Bankers in Corporate Finance, dem Kapitalmarkt, Spezialfinanzierung und klassischen Bankdienstleistungen.

Diel: Interessant ist, dass die kleineren Banken heute auch gerne erfahrene Bewerber aus den Großbanken einstellen. Das war früher ein Tabuthema. Doch diese breite Sicht auf das Thema ist gerade regional sehr wichtig geworden.

Wie wichtig ist regionale Nähe in einem globalen Vertriebsnetz?

Kracht: Wichtig sind Betreuungspersönlichkeiten, die in die Landschaft passen. Sie sollten in der Lage sein, persönliche Beziehungen aufzubauen, und über Lokalkolorit verfügen. Die Unternehmen müssen ihren Betreuern vertrauen können. Dazu gehört auch Kontinuität in den Betreuungsbeziehungen, um Störgefühle zu vermeiden. Große Banken stehen in der Hinsicht noch vor großen Aufgaben, da interne Karrieremodelle der Kontinuität im Markt nicht selten entgegenstehen.

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