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Erbsenzähler
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Buchhalter

Weit entfernt vom Image des Erbsenzählers

Teil 2: Wichtig: Studium plus Weiterbildung

Welche Jobs es in der Branche gibt und welche Qualifikationen man braucht weiß Gordon Schenk, Weiterbildungsexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag.

Seit Anfang letzten Jahres suchen Unternehmen verstärkt Personal für die Buchhaltung: Für Bewerber scheint es gut auszusehen. Die Nachfrage lässt jedoch aus Unternehmenssicht zu wünschen übrig. Haben Sie eine Erklärung dafür?
Gordon Schenk, DIHK-Weiterbildungsex- perteFoto: DIHK
Einen Ausbildungsberuf "Buchhalter" gibt es in Deutschland nicht. In klein- und mittelständischen Unternehmen wird die Buchhaltung meist vom Steuerberater bearbeitet. Das Unterrichtsfach Rechnungswesen ist zwar in allen kaufmännischen Berufen enthalten, an den Berufsschulen wird allerdings nur die Theorie ohne praktische Umsetzung vermittelt. Die Auszubildenden arbeiten im Unternehmen zwar nach Ausbildungsplan im Bereich Rechnungswesen, dies umfasst jedoch zumeist nur die Belegprüfung und -ablage, nicht aber das selbstständige Verbuchen.

In welchen Bereichen ist Ihrer Kenntnis nach die Not am größten?

Der Bedarf ist sehr groß im klassischen Bereich der Belegbearbeitung, der Kontierung, Erfassung und Verbuchung sowie Auswertung von Geschäftsvorfällen. Weiterhin im Bereich der Überleitung und Bearbeitung der Kosten-und Leistungsrechnung einschließlich Kalkulation. Wissen ist bei Kaufleuten und Studienabgängern zwar häufig vorhanden, aber es fehlt an der Praxis. Studienabgänger haben zudem meist wenig Interesse an Buchhaltung, sie orientieren sich eher Richtung mittlere Leitungsebene.

Buchhalter müssen sich an die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und handelsrechtlicher Vorschriften halten. Mit einem BWL-Studium sind Bewerber auf der sicheren Seite. Ein anderer Weg ist die kaufmännische Ausbildung, dreijährige Berufspraxis plus Weiterbildung und IHK-Prüfung. Für welche Unternehmen und Bereiche reicht die klassische Ausbildung, wann ist ein Studium unerlässlich?

Ein Studium alleine reicht nicht aus, um den komplexen Aufgaben eines Jahresabschlusses und des Berichtswesens gerecht werden zu können. Das zeigt auch die hohe Zahl an Akademikern bei der IHK-Fortbildungsprüfung zum Bilanzbuchhalter. Diese Weiterbildung ebnet in allen Unternehmen den Weg zu anspruchsvollen und weiterführenden Aufgaben.

Großes Thema für die Buchhaltung ist die Einführung der SEPA, also der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum nach einem festgelegten Verfahren, spätestens bis Anfang 2014. Gerade der Mittelstand hat hier noch eine Menge Nachholbedarf. Was kommt da auf die Buchhalter zu?

SEPA bedeutet speziell für die Buchhaltung viel Umstellungsaufwand. Die Bankleitzahl und Kontonummer wird ersetzt durch IBAN und BIC. Diese müssen beim Kunden neu abgefragt werden. Außerdem müssen die Lastschriftmandate neu eingeholt und ggfs. AGB angepasst werden. Da sich auch das Übertragungsformat zur Bank ändert, bedeutet dies in der Regel noch Anpassungen im IT-Bereich.


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