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Controlling
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Controller

Sicherer Blick für das große Ganze

Teil 2: Wissen, wie ein Unternehmen tickt


Aber obwohl der Indexwert für Controller vom Topwert 1,4 auf knapp 1,0 (siehe Chartgrafik) im Februar gesunken ist, macht sich keine Panik breit. Wir haben dazu Gunther Friedl, Dekan der TUM School of Management mit einem Lehrstuhl für Controlling befragt.

Herr Professor Friedl, haben Sie eine Erklärung?
Gunther Friedl, Dekan der TUM School of Management, Lehrstuhl für ControllingFoto: TUM
Controller gehören seit vielen Jahren zu einer der gefragtesten Berufsgruppen. Die Nachfrage nach Controllern unterliegt natürlich genauso wie die allgemeine Stellensituation konjunkturellen Schwankungen. Ich gehe davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren eine sehr stabile Nachfrage nach Controllern sehen werden. Wie viele Bewerber sich für Controlling-Stellen interessieren hängt übrigens auch davon ab, wie attraktiv andere ähnliche Berufe angesehen werden. Bewerber mit Controlling-Interesse eignen sich häufig auch für den Beruf des Unternehmensberaters, weil sie neben einer Zahlenaffinität eben auch kommunikative und soziale Kompetenz mitbringen.

Schwierige Unternehmenszeiten stellen das Controlling vor neue Herausforderungen. Oder sind es nur die altbekannten?

Viele Unternehmen sehen sich derzeit mit unterschiedlichen Entwicklungen auf den verschiedenen internationalen Märkten gegenüber. Eine sinkende Nachfrage in vielen europäischen Ländern steht eine steigende Nachfrage in vielen Ländern des asiatischen Raums gegenüber. Controller müssen solche gegenläufigen Entwicklungen in ihrem Zahlenwerk deutlich machen. Dazu müssen Controller ganzheitlich denken. Das Management von Risiken spielt heute nicht nur im Finanzsektor tatsächlich eine wichtigere Rolle als in der Vergangenheit. Das bedeutet, dass nicht nur Risikocontroller hier neue Aufgaben haben.

Klassische Aufgaben wie Kostenkontrolle und Erfolgstransparenz prägen laut einer Studie der FH Dortmund das Rollenbild des Controllers. Mit dem Wunsch nach Gestaltungs- und Beratungsfunktionen reagiert vor allem der familiengeführte Mittelstand zögerlich. Was raten Sie in dem Zusammenhang Ihren Studenten bzw. Bewerbern grundsätzlich?

Controller können im Mittelstand schnell viel Verantwortung erhalten. Denn über das Zahlenwerk lernen sie in der Regel rasch, wie ein Unternehmen funktioniert. In großen Unternehmen fängt man häufig mit spezielleren Aufgaben an, so dass es etwas länger dauert, bis man den Blick fürs große Ganze erhält. Allerdings gibt es in Großunternehmen auch deutlich mehr unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten. Häufig ist hier eine internationale Karriere leichter umzusetzen. Letztlich ist es eine Typfrage, in welchem Umfeld man sich besser entfalten kann.

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