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Investment-Banker bleibt ein gefragter Job.
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Investmentbanking

Reiz am Job trotz starker Marktschwankungen

Teil 2: Nicht zu früh spezialisieren

In welchen Bereichen haben Bewerber hier die größten Chancen?

Die besten Chancen ergeben sich für Bewerber derzeit in den Bereichen Mergers & Acquisitions (M&A) sowie in Equity Capital Markets (ECM). Auch der Bereich Leveraged Finance ist von einer Knappheit an Juniors mit zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung betroffen, hier können Kandidaten punkten. 

Was sollte der Nachwuchs hier explizit an Wissen mitbringen? Hat sich das Anforderungsprofil für die Fachkräfte verändert?

Trotz des aktuellen Personalmangels sind Investment Banken erfahrungsgemäß auf der Suche nach Kandidaten, die ein Gesamtpaket aus erstklassigem Hochschulabschluss, einschlägigen Praktika, Auslandsaufenthalten und Internationalität mitbringen.

Absolventen, die bereits während des Studiums im Rahmen von Praktika oder Summer Schools finanzmarktrelevante Berufserfahrung sammeln, haben oftmals einen Vorteil. Gleichzeitig nutzen Finanzhäuser Praktika als Gelegenheit, geeignete Kandidaten für sich zu gewinnen. Auch verhandlungssicheres Englisch sowie weitere Fremdsprachenkenntnisse können zum entscheidenden Auswahlkriterium werden, da der Großteil der Investment Banken global agiert.

Auch kann weiterhin die Wahl der Universität für den späteren Job entscheidend sein. Tendenziell liegen Kandidaten mit einem Abschluss einer dezidierten Business- bzw. Management School hier besonders gut im Rennen.
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Anne Koschik
ist bei karriere.de
Expertin für den Jobmarkt 


Junge Investment Banker mit ein bis zwei Jahren Berufserfahrung sollten frühzeitig daran arbeiten, ihren sogenannten Track Rekord aufzubauen. Recruiter und Personalverantwortliche raten, sich in den Anfangsjahren der Karriere relativ breit aufzustellen und nicht zu früh zu spezialisieren. Zusätzlich lohnt, interne Weiterbildungsmöglichkeiten wie Rotationsprogramme oder Einblicke in unterschiedlichste Produkt- und Industriegruppen wahrzunehmen. Großbanken suchen vornehmlich Analysten, die sich im Berufsalltag ein breites Wissen aneignen und dieses in einem Bereich vertieft haben.

Wann ist erfahrungsgemäß im Hinblick auf die Entwicklung der Beschäftigungszahlen der Banken der ideale Zeitpunkt für eine Bewerbung?

Zahlreiche Institute richten sich stark nach der Verfügbarkeit von Hochschulabsolventen. Diese strömen vorwiegend im dritten Jahresquartal, zwischen Juli und September, auf den Personalmarkt. Betrachtet man die Beschäftigtenzahlen der Banken über Jahre hinweg, lässt sich ein Zyklus erkennen. Rein rechnerisch werden demnach im letzten Quartal, zwischen Oktober und Dezember, Stellen abgebaut. Dieser Trend hält auch noch im ersten Quartal, zwischen Januar und März, an. Im Frühjahr lohnt es sich für Kandidaten ihre Bewerbungen zu versenden, da ab April die Neueinstellungen wieder zunehmen.
Dieser Artikel ist erschienen am 26.10.2015

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