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Banker-Jobs ändern sich
Im Zuge von Digitalisierung und Online-Banking sinkt die Zahl der Kundenberater alter Prägung. Dagegen besteht ein erhöhter Bedarf nach Bankern mit IT- und Anwendungs-Know-how.Foto: Alliance/Fotolia.com
Arbeiten im Finanzwesen

Jobs im Wandel durch Online-Banking

Teil 2: Spezialisierungen stärken Bewerber bei der Jobauswahl

Neben Wirtschaftsprüfern und Juristen hätten Mitarbeiter mit entsprechenden Spezialisierungen und Weiterbildungen in den Finanzabteilungen "sehr gute Jobaussichten". Aufgrund gestiegener regulatorischer Anforderungen seien solche Leute gesucht, die Frühwarn- und Kontrollsysteme sowie Modelle zur Bewertung von operationellen Kredit- und Marktrisiken managen könnten. Laut eFinancialCareers.de treiben "Haftungsthemen und die Frage nach der Einhaltung rechtlicher und ethischer Richtlinien den Bedarf nach Compliance-Mitarbeitern".

Hat die Finanz- und Bankenbranche also ein Nachwuchsproblem?

Teils, teils. Und zwar sowohl quantitativ, als auch qualitativ.

Denn zurzeit kriegt die Branche ihre Ausbildungsplätze nicht mehr gefüllt. Allerdings in Maßen – denn "der Bankkaufmann" nimmt laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) immerhin noch Platz 9 der 30 am stärksten besetzten Ausbildungsberufe ein.

Außerdem zeigt der DGB-Ausbildungsreport: Wer sich erst einmal für die Bankenausbildung entschieden hat, ist damit sehr zufrieden. An der Beliebtheit hat sich seit Jahren nichts geändert. "Für akute Nachwuchssorgen gibt es keine Anzeichen", sagt denn auch Carsten Rogge-Strang.

Bankenberater als aussterbende Spezies

Doch er stellt fest: "Der Bankenberater alter Prägung ist eine aussterbende Spezies. Wer heute Firmenkunden betreuen will, muss neben seinem Kerngeschäft viel nach rechts und links schauen, sich z.B. in Regulierungsfragen und IT-Anwendungen auskennen. Das ist ein höheres Qualitätslevel als noch vor einigen Jahren."

Einen Trend zu immer höheren Einstiegsgehältern als Köder für den Nachwuchs – wie derzeit in den USA an der Tagesordnung – erwartet er für Deutschland nicht. "Es handelt sich dabei vorwiegend um das Investmentbanking, das es in diesem Ausmaß in Deutschland nicht gibt. Auf dem deutschen Markt betrifft das eine überschaubare Zahl an Bewerbern."

Rogge-Strang ist von der Attraktivität des Bankerberufs überzeugt. "Selbst wenn es weniger Bewerber gibt, so sind die, die sich vom schlechten Image der Branche nicht abhalten lassen, von der Qualität der Arbeit beeindruckt." Arbeitsbedingungen mit umfangreichen Weiterbildungsangeboten, Gesundheitsförderung, flexiblen Arbeitszeitmodellen und Mitarbeiterberatungsprogrammen seien ein untrügliches Zeichen dafür, dass Bankangestellte durchaus gute Karten haben.
Dieser Artikel ist erschienen am 08.09.2014

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