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Versicherungen

Her mit den Mathematikern!

Teil 3: Aufgeschmissen ohne Außendienst-Erfahrung

Ohne Außendienst kommt das Versicherungswesen nicht aus: Worauf müssen Bewerber sich einstellen?

Selbst wer ausschließlich auf die Managementkarriere erpicht ist, muss selber verkaufen können. Ohne Außendienst geht es nicht im Versicherungswesen, darauf verzichtet kaum ein Unternehmen. Wer für die Steuerung, Planung und Zielvereinbarungen mitverantwortlich sein möchte, muss wissen, wie der Vertrieb funktioniert.

Wo gibt es für Bewerber Chancen, die keine vertrieblichen Ambitionen haben und den Kundenkontakt weniger mögen?

Als Mathematiker gibt es Aufgaben im Risikomanagement und für Kalkulationen, im Compliance, also der Regelüberwachung, in der Risikoüberwachung und bei den Steuerungssystemen. Auch Juristen werden an diesen Stellen gesucht. Dazwischen fungieren dann die Wirtschaftswissenschaftler häufig als Mittler. Ohne Jobrotation kommt man in der Branche allerdings nicht vorwärts.

Deutschland gilt weltweit als wichtigster Standort für Rückversicherer. Welche Qualitätsanforderungen setzt das für den Nachwuchs?

In erster Linie Sprachkompetenz: Neben Englisch sollten Interessenten für den Einsatz bei Rückversicherern noch ein bis zwei weitere Sprachen mitbringen. Spanisch ist für den südamerikanischen Raum wichtig, Japanisch oder Chinesisch sind ebenfalls ideal. Neben dem Sprach-Skill ist die kulturelle Aufgeschlossenheit unabdingbar sowie Mobilität. Im Rückversichererbereich gibt es die höchste Akademikerquote. Hier tummeln sich viele Juristen, dazu Kaufleute zur Risikoeinschätzung, aber auch Mathematiker.

Welche Qualifikationen halten Sie im Versicherungswesen für unabdingbar? Gibt es Trends?

Mathematiker sind gesucht – und das seit Jahren. Vor allem aber solche, die kommunikationsfähig sind. Getrieben ist diese Entwicklung durch die Rahmenbedingungen, die über die Aufsicht in die Versicherungsunternehmen kommen, bis in die Rechnungslegung. Für die Versicherungsbilanzen geht es nicht ohne. Besonders gute Verdienstmöglichkeiten haben diese Mathematiker, wenn sie sich zum Aktuar weiterbilden lassen. Das ist eine berufsständische Qualifikation, die sich an internationalen Benchmarks orientiert – vergleichbar mit dem Wirtschaftsprüfer für BWLer. Voraussetzung ist ein Diplom oder Masterabschluss sowie mehrere Jahre Berufserfahrung. Als Aktuar besteht die sehr gute Möglichkeit, in Beratungs- oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu arbeiten, natürlich auch international für Versicherungsunternehmen.


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Dieser Artikel ist erschienen am 14.05.2013

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