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Gespür für die Sorgen des Mittelstands
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Firmenkundenbetreuer

Gespür für die Sorgen des Mittelstands

Anne Koschik
Das Firmenkundengeschäft, in dem seit Jahren die Bruttoerträge der Banken steigen, ist mächtig im Umbruch. Für Firmenkundenbetreuer, die vom branchenweiten Stellenabbau fast gar nicht betroffen sind, tun sich neue Aufgabengebiete auf.
Zusehends gerät der Mittelstand in den Fokus der Kreditinstitute, obwohl gerade mittelständische Unternehmen nach Finanzierungsalternativen suchen und sich vom reinen Bankkredit abwenden.

Mit Skepsis sind die Banken europaweit in die zweite Jahreshälfte gestartet. Die von ihnen erwartete, sich verschlechternde Wirtschaftslage führt zu steigenden Kreditausfällen. Laut Bankenbarometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young rechnen viele mit internen Kostensenkungen, d.h. Stellen werden abgebaut.

Für das Firmenkundengeschäft sind die Aussichten in Deutschland jedoch nach Ansicht der Befragten weiter gut.

Fokus auf den Mittelstand

Kein Wunder, sind die Bruttoerträge hier in den letzten fünf Jahren um rund ein Drittel auf etwa 25 Mrd. Euro gestiegen. Das hat die diesjährige Studie zum Firmenkundengeschäft von Kreditinstituten der Managementberatung ZEB herausgefunden. Alle der von ihr befragten 180 Institute gaben an, das Firmenkundengeschäft – speziell im Mittelstand – ausweiten zu wollen.

Der Personalbedarf im Bereich Firmenkundengeschäft müsste also wachsen. In den Stellenausschreibungen spiegelt sich das jedoch vorerst nicht wider: Laut Jobbarometer des Jobchannels Banking & Finance ist das Volumen der Jobangebote seit Ende 2010 um zwei Drittel gesunken. Das Bewerberunteresse steigt – nach einem Tiefpunkt im Mai 2013 – dagegen wieder leicht.
Quelle: Jobchannel Banking & Finance mit dem besten Überblick über den Jobmarkt: Ausschließlich hier ist es möglich, den deutschen Markt für Stellenanzeigen in den 25 bedeutendsten Jobportalen, den wichtigsten Zeitungen sowie 2600 Karriereportalen der Unternehmen nach allen Angeboten im Bereich Banking & Finance zu durchforsten und diese Daten zu analysieren.

"Es tummeln sich – bedingt durch die Finanzkrise – so viele Bewerber auf dem Markt wie noch nie", sagt Thomas Heidorn, Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance & Management. "Da stellen Personalabteilungen bei Bedarf gerne die ein, die schon bekannt sind, und schalten keine Stellenanzeigen mehr."

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