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Risk Management

Gefahren im Zaum halten

Teil 3: Breite fachliche Kompetenz


Gibt es überhaupt DEN Risikomanager? Können Sie bitte die Facetten seines Jobs skizzieren?!


Nein. Die Aufgaben unterscheiden sich branchen- und firmenspezifisch. Im Konzern hat ein Risikomanager ganz andere Aufgaben als in einem kleineren Unternehmen. In dem einen Fall muss er sich unter Umständen nur um einen speziellen Bereich kümmern, während der er in dem anderen Fall ein erheblich breiteres Aufgabenfeld hat. Im Finanzbereich sind umfangreiche Kenntnisse in der Risikomodellierung wichtig, in anderen Branchen ist dafür ein gutes Prozessverständnis wichtiger.

Welche Qualifikationen müssen Risikomanager zwangsläufig vorweisen können?

Das Risikomanagement baut auf eine breite fachliche Kompetenz: Ganz klassisch bedeutet das, die Methoden des Risk Managements zu verstehen, die rechtlichen Grundlagen wie die statistischen Grundlagen zu beherrschen und mit Simulationstechniken vertraut zu sein. Daneben müssen Bewerber die betriebswirtschaftlichen Grundzusammenhänge und die relevanten Geschäftsprozesse verstehen. Sie müssen in der Lage sein mit entsprechenden Softwarelösungen und Tools umgehen können.

Neben der fachlichen Kompetenz sind Social Skills für Risikomanager wichtig, was häufig vergessen wird. Ein Risikomanager muss nämlich auch ein guter Kommunikator sein, um das entsprechende Gehör zu finden. Universitäten bieten für eine entsprechende Qualifizierung in diesen Bereich mittlerweile zahlreiche Kurse an.

Wo fehlen aktuell am meisten Mitarbeiter?

Unser Eindruck ist, dass der Bereich Risk Management allgemein weiter ausgebaut wird.

Sehen Sie im steigenden DAX und guter Stimmung an den Börsen eine Gefahr für eine nachwachsende Generation an Risikomanagern, wieder in die Falle zu tappen und ähnliche Fehler zu begehen wie die Verantwortlichen der letzten Finanzkrise?

In die Falle tappen eher diejenigen, die unter Missachtung gegebener Risiken Geschäfte machen wollen. Die Risikomanager also eher nicht. Zudem werden Risikomodelle heute kritischer hinterfragt, die Restriktionen und Annahmen besser berücksichtigt. Stressstabilität spielt heute eine viel größere Rolle. Grundsätzlich kann das Pendel aber auch wieder ins Extreme ausschlagen.

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