Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Foto: vetal1983/Fotolia.de
Risk Management

Gefahren im Zaum halten

Teil 2: Trend zur Professionalisierung


Warum es gerade jetzt wichtig ist, antizyklisch vorzugehen, beantwortet Marcus Pauli, Geschäftsführer des Forschungszentrums Risikomanagement der Uni Würzburg (FZRM), im Interview.

Müssen Banken – trotz allgemeinen Personalabbaus – ihren Mitarbeiterstamm im Risikomanagement aufstocken? Gibt es da einen Trend?
Marcus Pauli, Geschäftsführer des Forschungszentrums Risikomanagement der Uni Würzburg (FZRM)Foto: PRJa, auf jeden Fall. Wir gehen einer weiteren nationalen, europäischen bzw. weltweiten Regulierung entgegen, die abgefangen werden muss. Banken müssen sich zudem für volatilere Zeiten rüsten, Risiken müssen besser gesteuert werden. Insofern ist eine antizyklisches Verhalten im Bezug auf die Investitionen in das Risikomanagement wichtig.

Der Mittelstand gilt in Sachen Risikomanagement als Sorgenkind. Sehen Sie hier in unmittelbarer Zukunft die Chance für mehr Beschäftigung?

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist das Risikomanagement im Mittelstand besser als sein Ruf. Mittelständler wissen, wo ihre Probleme liegen, da sie in der Regel einen besseren Überblick haben und ihre Risiken auf kurzem Wege steuern.

Allerdings gibt es einen allgemeinen Trend zur Professionalisierung des Risikomanagements im Mittelstand; das stellen wir in Gesprächen mit Vorständen und Geschäftsführern immer wieder fest. Es kristallisiert sich eine neue Sensibilisierung für das Thema heraus – und das gibt auch Chancen für mehr Beschäftigung.

Hat das Interesse der Studierenden an Jobs bei Unternehmen der Finanzbranche krisenbedingt nachgelassen?

Speziell im Finanzbereich besteht vor allem durch die vielen Restrukturierungen Unsicherheit. Teilweise leidet die Finanzbranche sicherlich auch noch immer unter einem gewissen Imageschaden im Nachgang zur Finanzkrise.

Themen im Überblick