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Notlösung für Flüchtlinge: Gründung?
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Wege in den Arbeitsmarkt

Flüchtlinge als Gründer

wiwo.de, Kerstin Dämon, dpa
Integration funktioniert nicht ohne Job, da sind sich alle einig. Doch die Flüchtlinge, die bleiben dürfen, in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wird sehr lange dauern. Es sei denn, sie wagen die Selbstständigkeit.
"Wir sollten nicht zu hohe Erwartungen haben", sagt Detlef Scheele, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA). Er geht davon aus, dass die Eingliederung von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt ein langwieriger Prozess sein wird. "Wenn es gut läuft, werden im ersten Jahr nach der Einreise vielleicht zehn Prozent eine Arbeit haben, nach fünf Jahren ist es die Hälfte, nach 15 Jahren 70 Prozent", so Scheele gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Die Kinder, die jetzt hier in in die Schule kommen, hätten gute Perspektiven, die Fachkräfte von übermorgen zu werden. "Wer unter 35 ist, hat gute Chancen, sich für eine Arbeit zu qualifizieren. Für Menschen, die deutlich über 40 sind, wird es schwierig", sagte Scheele.

Die BA gehe deshalb davon aus, dass in diesem Jahr 350.000 Flüchtlinge auf die staatliche Grundsicherung, also Hartz IV, angewiesen sein werden.
 
Mehrheit der Flüchtlinge hat keine Chance

Mit dem durchschnittlichen Arbeitnehmer in Deutschland könnten die Flüchtlinge in absehbarer Zeit nicht in Konkurrenz treten. "Dafür ist ihr Aufholweg viel zu lang." Das sagte vor wenigen Wochen auch der Direktor des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann. "Die meisten Flüchtlinge haben keine Ausbildung, können kein Deutsch und haben kaum eine Chance. Wenn wir von einer Million Flüchtlingen ausgehen, kommen davon langfristig nicht mehr als rund 200.000 für den deutschen Arbeitsmarkt infrage", so Zimmermann gegenüber der WirtschaftsWoche.

Scheele räumte aber ein, dass Flüchtlinge mit einheimischen Langzeitarbeitslosen um Jobs konkurrieren könnten. Das könne im Einzelfall so sein, wenn keine besondere Qualifikation gefragt sei. "Einheimische Arbeitslose haben vor allem den Sprachvorteil. Flüchtlinge punkten durch Motivation, ihr jugendliches Alter und ihre Zielstrebigkeit. Die Menschen sind ja nicht hier her gekommen, um in einem Zeltlager zu bleiben. Sie wollen doch vorankommen", sagte Scheele.

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