Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Überstunden

Fließende Grenze zwischen Arbeit und Freizeit

Eva Neukirchen
Jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland macht wegen wachsender Arbeitsbelastung mindestens zehn Überstunden in der Woche. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Foto: lichtmeister/Fotolia

Ständige Erreichbarkeit

52 Prozent der Beschäftigten fühlen sich erheblich gestresst und gehetzt – und zwar umso mehr, je länger sie arbeiten. Das sind zentrale Ergebnisse der jährlichen DGB-Umfrage "Gute Arbeit", die in Berlin veröffentlicht wurde.

Befragt wurden 6083 Beschäftigte aus mehr als einem Dutzend Branchen. Aus den Antworten lässt sich ablesen, dass die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr verschwimmt: Gut ein Viertel (27 Prozent) der Beschäftigten muss nach eigenen Angaben sehr häufig oder oft auch in der Freizeit für die Firma erreichbar sein.

Die besten Jobs von allen


Ständige Erreichbarkeit ist eine Arbeitsanforderung, der mittlerweile in allen Sektoren ein beträchtlicher Anteil der Beschäftigten unterworfen ist. Einige Berufsgruppen sind dabei besonders betroffen: Deutlich über dem Durchschnitt liegt der Anteil derjenigen, die sehr häufig oder oft erreichbar sein müssen, mit 40 Prozent unter den Vorgesetzten – bei den Nicht-Vorgesetzten sind es dagegen nur 23 Prozent.

Mehr Leistung

Auch unter den Beschäftigten, die sehr häufig oder oft mit Kundschaft, Patienten, Klienten arbeiten, liegt der Anteil mit 32 Prozent über dem Durchschnitt – unter den Beschäftigten, die es selten oder nie tun, sind es dagegen nur 16 Prozent.

63 Prozent der Beschäftigten machen die Erfahrung, dass sie seit Jahren immer mehr in der gleichen Zeit leisten müssen, was erheblich zur Stressbildung beiträgt. Gleich der Arbeitshetze ist auch Leistungsverdichtung nichts, was nur in bestimmten Segmenten der Arbeitswelt wirksam würde.


Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick