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Fleißige Arbeiterinnen
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Der F-Faktor

Fleißige Frauen

Ferdinand Knauß und Daniel Rettig, wiwo.de
Frauen sind in der Wissenschaft offenbar vor allem da unterrepräsentiert, wo man Karrieren mit Begabung begründet – statt mit harter Arbeit.
Leistung ist in allen Berufsfeldern und ganz besonders in der Wissenschaft der einzig akzeptable Grund dafür, dass der eine mehr Erfolg hat als die andere. Aber was macht Leistung aus? Kommt es mehr auf angeborene Begabungen an, die dem einen in die Wiege gelegt werden und dem anderen nicht? Oder auf Fleiß und die Mühen, die der eine auf sich nimmt und der andere meidet?

Abgesehen davon, dass die reine Leistungsgesellschaft ohnehin ein unerreichtes Ideal ist, unterschiedet sich die Gewichtung von Talent und Fleiß in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen erheblich. Und das hat offenbar großen Einfluss auf den Frauenanteil. So lautet zumindest das Fazit einer neuen Studie von Psychologen um Sarah-Jane Leslie von der Princeton Universität, die in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht ist.

Der Faktor Fleiß

Leslie befragte 1820 Männer und Frauen, die in verschiedenen Funktionen an Universitäten tätig waren – Professoren und Dozenten, Doktoranden und Diplomanden aus 30 unterschiedlichen Fächern. Die Teilnehmer sollten verschiedene Fragen beantworten. Vor allem war die Frage wichtig, ob ihrer Ansicht nach Spitzenleistungen in ihrem Gebiet vor allem auf angeborenem Talent oder auf harter Arbeit beruhten.

Je höher die Befragten den Faktor Talent bewerteten, desto niedriger war der Anteil weiblicher Doktoranden in dem entsprechenden Fach. Oder anders formuliert: Je mehr die befragten Wissenschaftler davon ausgingen, dass Erfolg in ihrem Bereich vor allem auf Fleiß und Beharrlichkeit zurückzuführen war, desto mehr Frauen waren in diesem Bereich vertreten. Dieser Zusammenhang zeigt sich ausnahmslos in jedem der 30 Fachgebiete.

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