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Das Home-Office ist umstritten bei Arbeitgebern
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Home-Office unter der Lupe

Faulenzer, vergesst es!

Teil 2: Bitte keine "Telefon-Überwachung"

Wer im Home-Office arbeitet, sollte – betreffend Punkt drei – eine mentale wie auch tatsächliche Trennung herstellen.

Wer morgens ordentlich angezogen in ein Arbeitszimmer geht, arbeitet ganz anders, als jemand, der sich im Schlafanzug mit dem Laptop auf die Couch setzt. Entsprechend fällt es auch leichter, zu sagen: "Mittagspause" oder "Feierabend".

Übrigens: Auch wenn es gut tut, zuhause vom Geräuschpegel des Großraumbüros verschont zu bleiben, sollten Heimarbeiter die Bedeutung des Kontakts zu den Kollegen im Büro nicht unterschätzen. Nicht nur, weil man sonst vom Informationsfluss abgeschnitten werden und für Vorgesetzte unsichtbar werden kann.

Leistungsdokumentation hilft Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Wer als Arbeitgeber unsicher ist, ob die eigenen Leute auch zuhause produktiv sind, kann sie bitten, ihre Fortschritte und Leistungen zu dokumentieren.

Das hilft im Übrigen auch dem Heimarbeiter selbst, falls einmal ein Kollege oder ein Vorgesetzter die erbrachte Leistung bezweifeln sollte. Auch kann der Vorgesetzte von seinen Angestellten verlangen, dass sie an bestimmten Telefon- oder Videokonferenzen teilnehmen.

Nur eines muss ein Heimarbeiter nicht: Den ganzen Tag vor dem Telefon sitzen und auf einen Anruf des Chefs warten. Auch eine E-Mail muss genauso wenig sofort beantwortet werden. Auch im Home-Office hat ein Angestellter ein Recht auf Pausen.

Hinzu kommt, dass der Grundgedanke hinter dem Home-Office mehr Flexibilität ist: Vielleicht bringt der Angestellte gerade seine Kinder zum Fußballtraining oder die Mitarbeiterin sitzt beim Zahnarzt, während das Telefon klingelt. Dafür holen beide die Arbeit dann nach, wenn andere schon lange Feierabend haben.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 09.06.2016

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