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Vereinbarkeit von Job und Familie
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Arbeitnehmerstudie

Familie und Beruf sollten besser vereinbar sein

Ferdinand Knauß, wiwo.de
Für Arbeitnehmer ist die Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten von Müttern das Mittel der Wahl angesichts des Fachkräftemangels, zeigt eine Studie. Frauenquoten für Chefposten werden dem Problem nicht gerecht, schreiben die Autoren.
Fragt man Arbeitnehmer in Deutschland, wie dem demografischen Wandel und dem daraus folgenden Arbeitskräftemangel begegnet werden solle, sehen knapp 85 Prozent die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als wirksamste Gegenmaßnahme.

An zweiter Stelle setzen 79 Prozent auf die Re-Integration älterer Menschen. Das ergab eine repräsentative Umfrage für die aktuelle Studie „Arbeitsmarkt 2013 – Perspektive der Arbeitnehmer“, initiiert durch das Personalunternehmen Orizon.

Viel weniger erwarten die Befragten von einer gezielten Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland. Lediglich 44 Prozent halten dies für effektiv gegen den Fachkräftemangel. Der Subventionierung von Förder- und Beschäftigungsmaßnahmen von schwervermittelbaren Personen geben dagegen 57,5 Prozent gute Chancen.

Frauen wollen mehr als Teilzeit arbeiten

Gesetzliche Frauenquoten für Führungspositionen gehen, wie die Autoren schreiben, "an den realen Bedingungen des Arbeitsmarktes vorbei". Nach Angaben des statistischen Bundesamtes lag die Erwerbstätigkeit von Müttern im Jahr 2011 bei 67 Prozent.

Fast die Hälfte aller berufstätigen Frauen sei nur teilzeitbeschäftigt. Dabei wünschten sich 7,7 Millionen dieser Arbeitnehmerinnen eine deutlich höhere Wochenarbeitszeit.

Aber das sei, so die Studie, nur möglich, wenn Unternehmen und Politik entsprechende Modelle für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie anbieten.


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