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Fachkräftekarussell

Experten sehen keinen Mangel an Ingenieuren

Tina Groll, zeit.de
Ist der Fachkräftemangel bei Ingenieuren ein Rechenfehler? Das DIW hat ermittelt, dass in Deutschland keine fehlen. Die Forscher warnen sogar vor einem künftigen Überangebot.

Foto: Robert Kneschke/Fotolia

Alles nur ein Rechenfehler?

Mitten in der Debatte um den Fachkräftemangel überrascht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit einer Studie. Die Forscher des Instituts äußern darin erhebliche Zweifel am Ingenieursmangel. Rein rechnerisch sei ein Mangel an Ingenieuren nicht nachvollziehbar, sagt Karl Brenke, einer der Arbeitsmarktexperten des Instituts.

Weder seien Ingenieure in Deutschland älter als andere Berufsgruppen, ein Generationswechsel stehe nicht bevor. Noch sei die Nachfrage nach den Fachleuten so groß, dass sie nicht durch die Absolventen der ingenieurswissenschaftlichen Studiengänge gedeckt werden könnte.

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Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren habe es einen regelrechten Ansturm auf die Ingenieurswissenschaften gegeben. Die Forscher warnen deshalb sogar davor, dass es statt eines Mangels bald ein Fachkräfteüberangebot geben könnte.

Zwei Quellen stützen Mangel

Die These vom Fachkräftemangel unter Ingenieuren stützte sich bislang auf zwei Quellen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) liefert Daten über offene Stellen und arbeitslose Ingenieure. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) errechnet aus den Daten der Bundesagentur zusammen mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) die Zahl der offenen Stellen und die Fachkräftelücke.

Im Ingenieursmonitor für den Februar 2012 stellte der VDI rund 105.700 offene Ingenieursstellen fest. Zugleich fehlten rund 87.000 Ingenieure auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Das sei ein Rekordwert, behauptet der Verband. Doch wie kommt der VDI auf seine Zahl?


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