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EU fördert Frauenquote
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Gleichstellungspolitik

EU-Parlament macht Weg frei für die Quote

Teil 2: Unternehmen reißen sich um Frauen

Im Einzelnen bestätigen die Ausschüsse für Justiz und Gleichstellung im Europäischen Parlament den Ansatz der Kommission, nicht auf die Einführung fester Einstellungsquoten, sondern auf eine sogenannte „Verfahrensquote“ zu setzen.

Aber: Wenn ein börsennotiertes Unternehmen in Europa nicht über einen Frauenanteil von 40 Prozent in seinem Aufsichtsrat verfügt, wird es nach den neuen Vorschriften verpflichtet sein, ein neues Auswahlverfahren für die Aufsichtsratsmitglieder einzuführen, bei dem „qualifizierte Kandidatinnen“ den Vorzug erhalten.

Die Richtlinie soll nicht für kleine und mittlere Unternehmen gelten. Aber die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, diesen Unternehmen Anreize zu geben für die „Herbeiführung eines ausgewogenen Zahlenverhältnisses zwischen Frauen und Männern auf allen Verwaltungsebenen und in den Leitungsorganen“.

Dazu kommt eine entscheidende Klausel: Den Mitgliedstaaten wird es nicht erlaubt sein, auch kleine Unternehmen von der Geltung der Richtlinie auszunehmen, wenn das unterrepräsentierte Geschlecht weniger als 10 Prozent der Beschäftigten ausmacht. Unternehmen, die die Richtlinie verletzen, sollen unter anderem durch den Ausschluss von Vertragsvergabeverfahren und den teilweisen Ausschluss von Finanzierungen aus den Strukturfonds bestraft werden.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 25.10.2013

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