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Coty-Chef Bernd Beetz im Interview

Erfolg im Ausland: "Später Einstieg ins Berufsleben ist ein Handicap"

Interview: Katrin Terpitz
Bernd Beetz ist seit 2001 Chef des weltgrößten Parfüm- und Kosmetikkonzerns Coty mit Sitz in New York. Im Interview erzählt er über Tugenden und Handicaps deutscher Manager und den Unterschied zu ihren Konkurrenten im Ausland..
Foto: Coty

"Zuverlässig, aber humorlos"


Welche Tugenden werden im Ausland an deutschen Managern geschätzt?

Beetz: Disziplin, Durchsetzungsvermögen, Zuverlässigkeit. Deutsche werden extrem positiv wahrgenommen. Weniger geschätzt wird das etwas Bürokratische, das Humorlose.

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Warum sind relativ wenige Deutsche als Manager im Ausland erfolgreich?

Beetz: Vielleicht ist der Drang nach draußen nicht so groß. Zudem steigen wir Deutsche relativ spät ins Berufsleben ein. Das ist ein Handicap. In der Anfangsphase der Karriere sind Angelsachsen oder Niederländer auch viel stärker auf soziale Kompetenzen und Selbstdarstellung ausgerichtet. Das fehlt vielen Deutschen.

Reizt es Sie einmal einen Konzern in Deutschland zu leiten?

Beetz: Das kann ich mir nicht vorstellen. New York ist durch nichts zu ersetzen. Deutschland ist ein tolles Land. Aber Arbeiten stelle ich mir dort recht administrativ vor, jeder hat ein genau abgestecktes Revier in der Firma. 

Was ist in den USA so anders?

Beetz: In angelsächsischen Firmen bekommen junge, fitte Leute schon viel Verantwortung. Diese Freiheiten schätze ich und diese Kultur wird auch bei Coty gepflegt. Auch unter Vorstandskollegen geht es sehr offen und locker zu. Das alles würde ich ungern aufgeben.
Dieser Artikel ist erschienen am 16.08.2011

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