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Teilzeit-Manager

Entdecke die Möglichkeiten

Claudia Obmann
Teilzeit gilt für Manager eigentlich als ungeeignet . Doch die Zahl derjenigen wächst, die sich neben ihrem Beruf mehr Zeit für Familie und Hobbys wünschen. Drei Pioniere berichten von ihren Erfahrungen.
Familie
Foto: G. Altmann/Pixelio
Mehr Balance dank Unternehmensmaxime

Dass er von seinen Geschlechtsgenossen schief angeguckt wird und Kollegen in der Kantine über ihn sprechen, nimmt Roman Zitz gern in Kauf: Der Abteilungsleiter für Legal Affairs ist einer der ersten Manager der Deutschen Telekom, der Teilzeit beantragt hat – gleich, als der Telekommunikationskonzern mit Sitz in Bonn vor gut einem halben Jahr die Maxime ausgab, seine Führungskräfte sollten ihr Berufs- und Privatleben besser als bisher ausbalancieren.

Seitdem hat Jurist Zitz, Chef von acht Mitarbeitern, jeden Dienstag frei. Dann schlendert er vormittags über den Wochenmarkt oder begleitet seine Tochter nachmittags zum Kieferorthopäden. Manager Zitz, in der Telekom-Hierarchie drei Ebenen unterhalb des Vorstands angesiedelt, sagt zwar: „Die neue Unternehmensrichtlinie hat mich bestärkt, das zu tun, was ich schon lange wollte: Meine begrenzte Lebenszeit vielfältiger zu nutzen.“ Dennoch kostete es ihn Überwindung, in seiner Abwesenheitsnotiz offiziell zu verkünden: „Dienstags bin ich nicht im Büro“.

Die besten Jobs von allen


„Aber wieso eigentlich – Mütter kommunizieren das ja schließlich auch ganz selbstverständlich“, sprach sich der Manager Mut zu. Seine Vier-Tage-Woche jedenfalls beflügelt ihn: „Mal für einen Tag raus aus dem betrieblichen Alltag, das gibt Schwung für neue Ideen und ermöglicht den Blick über den Tellerrand hinaus. Davon profitiert wiederum das Unternehmen.“

Noch sind Teilzeit-Chefs, die sich freiwillig von ihrer Vollzeitstelle verabschieden, um nebenbei Kinder zu hüten, Hobbys zu frönen oder einfach mal die Seele baumeln zu lassen, Exoten. Gerade mal zwei von hundert männlichen Führungskräften haben laut dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung hierzulande ihre Arbeitszeit reduziert. Doch die Zahl der Gruppen-, Abteilungs- und Bereichsleiter, die weniger als 100 Prozent arbeiten, wird in den kommenden Jahren deutlich steigen, prognostizieren Arbeitsmarktexperten.

Karriere machen und der Familie gerecht werden

Und Pioniere wie Zitz machen Teilzeitarbeit für den Managernachwuchs salonfähig. Das Angebot von Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger hat jedenfalls einen Nerv getroffen: „Derzeit haben wir circa 20 Manager in Teilzeitpositionen. Weitere 70 bis 80 haben schon ihr Interesse angemeldet – und zwei Drittel davon sind Männer.“

Dienstwagen und ein hohes Gehalt sind nicht mehr alles, um fähige Führungskräfte anzulocken und – angesichts der demografischen Entwicklung noch viel wichtiger – auch an ein Unternehmen zu binden. „Die Arbeitsbedingungen so zu ändern, dass für Frauen und Männer, Mitarbeiter und Manager die Balance von Beruf und Privatleben stimmt, ist eine wichtige Herausforderung für Arbeitgeber“, sagt auch Gabriele Buchs. Sie leitet den Bereich Vergütung und Arbeitsbedingungen der Deutschen Bank. Schließlich wollen immer mehr junge, gut ausgebildete Paare parallel Karriere machen und dennoch ihrer Verantwortung gegenüber Kindern und älteren Angehörigen gerecht werden.


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