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Endlich mehr Geld vom Chef
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Gehaltsverhandlung

Endlich mehr Geld vom Chef

Teil 2: Führen Sie ein Leistungstagebuch

Wer im letzten Jahr einfach nur seinen Job gemacht hat, kann sich das Gespräch sparen?

Nein, das würde ich nicht so sehen. Denn normalerweise werden wir, wenn wir eine Tätigkeit über eine gewisse Zeit machen, routinierter, besser und effektiver. Nur fällt uns das oftmals nicht auf, weil es ein schleichender Prozess ist. Darum empfehle ich, über das Jahr hinweg ein Leistungstagebuch zu führen.

Wie sieht so ein Tagebuch aus?

Einfach aufschreiben: Was habe ich im Laufe der Woche geleistet? Was waren die Highlights meiner Arbeit und wie hat die Firma davon profitiert? Wenn ich das einigermaßen konsequent durchziehe, werde ich höchstwahrscheinlich feststellen, dass ich der Firma einen höheren Nutzen gebracht habe. Und dann kann ich das gegenüber dem Chef eben auch definieren und nachweisen.

Dass der Projektmanager das belegen kann, ist klar. Aber was ist mit dem Buchhalter oder der Sekretärin?

Das geht in jedem Bereich, also auch bei dem Buchhalter, der eine zuverlässige Arbeit leistet und vielleicht eine Urlaubsvertretung für einen Kollegen übernimmt, die sonst immer jemand von einer Zeitarbeitsfirma gemacht hat. Grundsätzlich funktioniert es in jedem Bereich, wenn man sich bewusst macht, wie man der Firma einen größeren Nutzen bereitet. Ein Ansatz, der hier gut funktioniert ist, dass man sich einfach mal im eigenen Bereich umschaut, wo Geld ausgegeben wird, das man nicht ausgeben müsste. Wenn man da Sparquellen entdeckt - es wird teure Software verwendet, die man günstiger haben könnte, eine Abteilung hat zwei Kopierer, wo einer reichen würde - kann man einen entsprechenden Sparvorschlag einbringen. Spart das Unternehmen dadurch Geld, ist man auch berechtigt, daran teilzuhaben.

Also geht der Mitarbeiter zu seinem Vorgesetzten und sagt: "Wegen mir wurde der zweite Kopierer abgeschafft, deshalb möchte fünf Prozent mehr."

Wenn diese Leistung der Firma Geld bringt oder Geld spart, dann durchaus. Ich würde immer damit argumentieren, was ich besonderes für die Firma getan habe. Es sollte natürlich nicht die Argumentation sein: "Ich habe hier 50 Euro gespart und möchte dafür 5000 Euro haben." Die Argumentation sollte sein: "Ich habe das ganze Jahr im Sinne der Firma gewirtschaftet." Wenn man das konsequent macht, kommt nämlich wirklich Geld zusammen. Angenommen, man vermittelt aus dem privaten Umfeld eine gefragte Fachkraft in die eigene Firma, dann spart die Firma schon mal die Headhunter-Gebühren. Das sind immerhin drei Monatsgehälter eines Menschen. Wenn der also 3000 Euro verdient, hat die Firma durch meinen Einsatz 9000 Euro gespart.

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