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Ende der Karriereleiter
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Jobstudie

Ende der Karriereleiter

Kerstin Dämon, wiwo.de
Mit Mitte 20 in den Beruf einsteigen und ab da geht es nur noch nach oben? Mehr als die Hälfte der Deutschen ist sich laut einer Umfrage sicher: Bei ihrem Arbeitgeber bleiben sie bis 67 – aber Karriere machen sie nicht.
Jung, optimistisch, sucht: Wer unter 20 Jahre alt ist, glaubt ganz fest an die eigenen Karrieremöglichkeiten. Jedenfalls sind 66 Prozent der unter 20-Jährigen überzeugt, dass die Chefsessel in den Unternehmen auf sie warten, so die Jobstudie 2015 zu Karriere und Wechselbereitschaft der Deutschen der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Bis zum Alter von 40 Jahren hat der Optimismus dann schon spürbar nachgelassen: Nur noch 53 Prozent glauben dann noch an die eigenen Aufstiegschancen. Besonders pessimistisch sind die 51- bis 60-Jährigen mit 39 Prozent.

Dabei wünscht sich fast die Hälfte der Deutschen, im eigenen Unternehmen aufsteigen zu können. Nicht jeder will gleich CEO werden, Abteilungsleiter oder Leiter eines bestimmten Projektes würde vielen schon genügen. Doch nur 41 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer glauben, dass sie bei ihrem Arbeitgeber auch die Chance dazu haben.
 
Öffentlicher Dienst mit besten Aufstiegsmöglichkeiten

Der öffentliche Dienst bietet nach Auffassung der Befragten die besten Aufstiegsmöglichkeiten: Fast die Hälfte der Staatsdiener glaubt an die eigenen Aufstiegsmöglichkeiten. In der freien Wirtschaft (46 Prozent) und in Verbänden (38 Prozent) ist der Anteil geringer. Doch seltsamerweise wollen die wenigsten Befragten den Job wechseln. Auch die, die sich selbst keine Karrierechancen ausrechnen, bleiben ihrem Arbeitgeber treu. Nur jeder Fünfte würde für bessere Karrierechancen über einen Wechsel nachdenken.

"Die Mitarbeiter setzen auf Sicherheit und meiden das Risiko eines Arbeitsplatzwechsels", sagt Ana-Cristina Grohnert, Managing Partner bei EY.

So schätzen insgesamt fast neun von zehn Arbeitnehmern (87 Prozent) ihren Job als sicher ein, 42 Prozent sogar als sehr sicher. Lediglich 13 Prozent glauben, dass ihr Arbeitsplatz gefährdet ist.

Hohe Verbundenheit mit dem Arbeitgeber

Hinzu kommt: Die Deutschen sind ihrem Arbeitgeber treu. Laut der EY-Studie sagen drei von vier Arbeitnehmern, dass sie sich ihrem Arbeitgeber verbunden beziehungsweise sogar sehr eng verbunden fühlen. Am größten ist die Identifizierung mit dem Arbeitgeber in der Automobilindustrie. Jeder dritte Beschäftigte fühlt sich sehr eng mit dem Arbeitgeber verbunden. Dahinter folgen die Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft und im Maschinen- und Anlagenbau.

In der Telekommunikation und IT ist der Anteil derer, die sich mit ihrem Arbeitgeber "sehr eng verbunden" fühlen, dagegen am niedrigsten: Lediglich 15 Prozent antworteten dementsprechend. Gleichzeitig gibt es in keiner anderen Branche so einen hohen Anteil an Beschäftigten, die auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sind: Etwas mehr als jeder Vierte (26 Prozent) schaut sich auf dem Arbeitsmarkt um.

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Die Telekommunikations- und IT-Branche schneidet auch bei der gefühlten Arbeitsplatzsicherheit am schlechtesten ab. Nur einer von vier Arbeitnehmern (26 Prozent) schätzt seinen Arbeitsplatz als sicher ein. Im Handel ist der Anteil mit 28 Prozent nicht ganz so niedrig. In allen anderen Branchen hält mindestens ein Drittel den Arbeitsplatz für sicher.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 25.11.2015

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