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Karriereziele 2016
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Karriereziele 2016

Einen Gang zurückschalten

Kerstin Dämon, wiwo.de
Beförderung, mehr Geld, der große Karrieredurchbruch? Die Deutschen wollen 2016 lieber etwas Tempo herausnehmen, wie eine Umfrage zeigt. Weniger arbeiten und den Job lockerer sehen stehen auf der Liste ganz oben.
Die Karriereziele der Deutschen für 2016 sind eigentlich gar keine. Denn die Mehrheit möchte im kommenden Jahr weniger arbeiten und die Arbeit nicht mehr so ernst nehmen. Nur ein sehr kleiner Teil will mehr Zeit in seine Arbeit investieren oder sich um eine Beförderung bemühen. Das ist das Ergebnis einer Befragung des Personaldienstleisters Manpower unter mehr als 1.000 Deutschen ab 18 Jahren.

Demnach sind mehr Gelassenheit und eine stärkere Abgrenzung zwischen Beruflichem und Privatem die Top-Ziele der deutschen Arbeitnehmer für das kommende Jahr. 36 Prozent der Deutschen haben sich zum Ziel gesetzt, nach Feierabend besser abzuschalten, 32 Prozent haben sich "mehr Gelassenheit im Job" auf die Liste der guten Vorsätze geschrieben.

Entschleunigung statt Vollgas 

Dagegen will sich nur gut jeder Zehnte im nächsten Jahr beruflich mehr engagieren beziehungsweise mehr Zeit für den Job investieren. Eine Beförderung oder ein Wechsel der Position innerhalb des Unternehmens ist nur für sieben beziehungsweise fünf Prozent ein Ziel für das kommende Jahr. Das Motto für 2016 lautet Entschleunigung.

Aber es gibt auch Wünsche an den Arbeitgeber: 45 Prozent wollen 2016 mehr Gehalt. Dieser Anteil ist innerhalb eines Jahres um sechs Prozentpunkte gesunken. "Das Gehalt ist nicht mehr das Maß aller Dinge, es zählen viele weitere Faktoren", sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. So wünscht sich jeder vierte Angestellte mehr Wertschätzung für seine Leistungen. 20 Prozent würden ihre Arbeitszeit gern selbstständig einteilen dürfen. Gesunken sind die Wünsche, vielseitigere Aufgaben zu erhalten sowie mehr Verantwortung übertragen zu bekommen. "Zu mehr Leistungen sind die Arbeitnehmer nur bereit, wenn das Gesamtpaket stimmt und sie in ihrer Entwicklung gefördert werden", so Brunes Fazit.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 24.12.2015

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