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Familienmanagement
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Familienmanagement

Eine Frage der Zeit

Teil 2: Was wir von Skandinavien lernen können

Am meisten Zeit für ihre Kinder nehmen sich junge Frauen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren, nämlich drei Stunden und acht Minuten pro Tag. Die gleichaltrigen Männer investieren eine Stunde und 32 Minuten – mehr als alleinerziehende Mütter.

Die Untersuchung zeigt auch, dass Eltern viel weniger Zeit für sich haben als Kinderlose. Väter verbringen weniger Zeit mit Sport, Mütter treffen seltener Freunde als Paare ohne Nachwuchs.

Eine im Oktober erscheinende Studie des Berliner Soziologieprofessors Hans Bertram über das Zeitmanagement von Familien in ganz Europa weist in dieselbe Richtung. Dafür hat Bertram die Statistiken der Datenbank HETUS (Harmonised European Time Use Survey) ausgewertet. Eltern von kleinen Kindern verbringen demnach in allen Ländern der europäischen Union zusammengerechnet etwa 22 Wochenstunden mit ihren Söhnen und Töchtern.

Großeltern-Generation macht den Unterschied

Obwohl Frauen im Norden und Süden Europas unterschiedlich viel arbeiten und unterschiedlich guten Zugang zu Kinderbetreuung haben, sei der Zeitbedarf für die Kindererziehung erstaunlich einheitlich, sagt der Familienforscher und frühere Regierungsberater. Den größten Unterschied zwischen Nord und Süd finde man in der Großeltern-Generation. In Südeuropa verbringen die Älteren viel Zeit mit ihren Enkeln, damit deren Eltern arbeiten können. In Skandinavien übernehmen staatliche Betreuungseinrichtungen diese Aufgabe.

Das entlastet nicht nur die Eltern, sondern auch die Rentenkassen. Denn in fast allen Ländern mit umfangreichen Betreuungsangeboten seien nicht nur viele Frauen, sondern auch viele Alte im Job, sagt Bertram. In Dänemark beispielsweise gibt es kein offizielles Alter für den Renteneinstieg, in Norwegen dürfen Beschäftigte bis 75 berufstätig bleiben, wenn sie wollen. Der Staat spare nicht nur bei den Renten, sondern nehme auch mehr Steuern ein und könne mehr in Bildung investieren, sagt Hans Bertram. Er empfiehlt Deutschland, einen ähnlichen Weg zu gehen.

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de
Dieser Artikel ist erschienen am 16.08.2015

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