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Berufswunsch Jurist

Ein Staatsanwalt packt aus

Tina Groll, zeit.de
Praxisschock nach dem Studium: Spektakuläre Fälle, Traumbüro – nichts da! Doch auch die Jagd auf Kleinkriminelle hat es in sich, behauptet der Jurist Robert Pragst in seinem neuen Buch, in dem er vom ganz normalen Wahnsinn seiner Branche berichtet.

Foto: Andrey-Armyagov / Fotolia.com

Meterhohe Aktenberge

"Bauchwehakten" nennt Robert Pragst den Stapel auf seinem Schreibtisch, der gerne mal auf bis zu 150 offene Verfahren und gut einen Meter Höhe anwächst. Den Job als Staatsanwalt hatte sich der Jurist glamouröser vorgestellt.

Er hatte von einem großen Büro geträumt mit schweren Möbel, von spektakulären Fällen und viel Zeit für die Ermittlungen.

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Die Realität während seiner Ausbildung in Deutschlands größter Staatsanwaltschaft in Berlin sieht anders aus, aber nicht weniger spannend. Das schildert Pragst im Buch Auf Bewährung , das er über sein erstes Berufsjahr geschrieben hat.

Von der Realität eingeholt

Sein Praxisschock beginnt mit Betreten seines Büros. Es ist ein Zimmerchen, das er sich mit einer jungen Kollegin teilt, die ebenso verzweifelt gegen Aktenberge und Kleinkriminelle kämpft.

Statt auf ein stilvolles Ambiente schauen die beiden auf Wände, die das letzte Mal vor 30 Jahren einen frischen Anstrich bekommen haben, und arbeiten an zerkratzten Schreibtischen aus Pressholz. Sie jagen Trickbetrüger, Ladendiebe und Heiratsschwindler.

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