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Coaching

Ein Coach für alle Fälle

André Tucic / Zeit.de
Coaches haben großen Zuwachs. Mit ihrer Beratung wenden sie sich nicht nur an Führungskräfte, sondern auch an Mitarbeiter. Für manche sind sie dabei Quacksalber, andere schwören auf sie als Wundermittel. Für wen die Beratung nützlich sein kann.
Coaching hilft bei vielfältigen ProblemenFoto: © Falko Matte - Fotolia.com
Coaching, das ist doch so etwas wie Psychotherapie, nur ohne Ausbildung. Wenn Christoph Rauen Sätze wie diesen hört, muss er tief durchatmen. Rauen ist Vorsitzender des 2004 gegründeten Deutschen Bundesverband Coaching (DBVC). Der Verband setzt sich dafür ein, dass Coaching ein anerkannter Beruf mit einer geregelten Ausbildung wird.Seit etwa Mitte der neunziger Jahre gibt es immer mehr Menschen in Deutschland, die als Coach tätig sind. Etwa 5000 bieten deutschlandweit ihre Beraterdienste an. Nicht alle von ihnen haben eine Ausbildung. Denn der Beruf ist nicht geschützt; prinzipiell kann jeder als Lebens- und Karriereberater tätig sein. Das trägt nicht gerade zum guten Image der Branche bei.

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Dinge, die kein Studium vermitteltIn einem Coaching werden Mitarbeiter und Führungskräfte beraten, abhängig von ihrer Position und Funktion. "Ziel ist es, individuelle sowie kollektive Lern- und Leistungsprozesse zu steigern", sagt Rauen. Führungskräfte beispielsweise haben häufig konkrete Fragen zur Mitarbeiterführung oder Kundenkommunikation.Es geht um Fragen, die kein Studium vermitteln kann und die erst ab einer bestimmten Stufe auf der Karriereleiter auftauchen: Wie man mehr Durchsetzungsvermögen, Entscheidungskompetenz und Autorität erlangen kann, wie man seine Mitarbeiter motiviert oder Konflikte unter ihnen lösen kann. Andere möchten lernen, mit einem hohen Stresspensum besser umzugehen; oft geht es auch darum, mehr berufliche Zufriedenheit zu erlangen oder sich sogar beruflich zu verändern.Ein Coach gibt Feedback, Impulse und stellt wichtige Leitfragen – und zwar mit einer externen Perspektive und auf konstruktive Weise. So hilft er dem Klienten, eigenständige Lösungen für Probleme zu finden, die dieser wiederum leicht in den Joballtag übertragen kann.Coaching ist keine TherapieDieser positive Ansatz unterscheidet das Coaching von der Therapie. "Ein Klient ist aber in der Regel gesund und wendet sich nur mit beruflichen Fragestellungen an den Coach", sagt Katharina von Agris. Sie veranstaltet Trainings für Führungskräfte. Die 51-Jährige arbeitet seit 1989 selbständig, zuvor war sie bereits als Cheftrainerin bei einer großen Hotelgruppe tätig. Viele ihrer Kunden fürchteten, dass ihr Bedarf am Coaching als Führungsschwäche interpretiert werden könnte. "Darum wollen sie in der Öffentlichkeit lieber nicht als Coaching-Kunden genannt werden", sagt sie.

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