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Schnell-Lesetechnik

Ein Buch in einer Stunde

Tina Groll, zeit.de
Speed Reading heißt eine spezielle Lesetechnik, mit der sich mittelschwere Fachliteratur schneller lesen und dennoch gut verstehen lässt. Ein Selbsterfahrungsbericht.

Foto: Gisela Peter/Pixelio

Die Möglichkeiten


Zahlreiche Anbieter

Hin und wieder wünscht man sich als Journalist, schneller lesen zu können. Wenn man zum Beispiel nur wenige Stunden Zeit hat, eine mehrere hundert Seiten lange Studie zu lesen und darüber einen Artikel zu schreiben. Schneller lesen können ist aber auch in vielen anderen Berufen hilfreich. Kein Wunder, dass die Nachfrage nach Schnell-Lese-Seminaren in den vergangenen Jahren gestiegen ist.

Zahlreiche Anbieter tummeln sich auf dem Weiterbildungsmarkt. Sie werben mit Name wie "Turbolesen", "Power Reading", "Scan Reading" oder "Alpha Reading" um Kunden. Sogar eine Deutsche Gesellschaft für Schnell-Lesen (DGfSL) gibt es, und natürlich Schnell-Lese-Wettbewerbe.

Die besten Jobs von allen


Den Weltrekord hält der Amerikaner Sean Adam mit 3.850 Wörtern pro Minute – bei vollem Verständnis. Die Normalgeschwindigkeit liegt zwischen 100 und gut 400 Wörtern pro Minute, abhängig von der Lesekompetenz und der Komplexität des Textes.

Hohes Tempo nur für mittelschwere Texte

Die Anbieter versprechen, mit etwas Training könne man sich auf 600 bis 1.000 Wörter pro Minute steigern. Allerdings – darauf weisen wenigstens die seriösen Trainer hin – eigne sich das hohe Tempo überwiegend für leichte bis mittelschwere Sach- und Fachtexte.
 
Fürs Genusslesen, zum Erkennen von Sprachwitz und Schreibstil eines Autors oder zum Verstehen von hoch komplexen philosophischen Texten wenden selbst die Weltrekordhalter ein langsameres Tempo an.

Seite 2:     Selbsterfahrungsprotokoll:
                 • Ein Wochenende in Hamburg
Seite 3:     • Lesen verstehen
Seite 4:     • Fakten behalten
Seite 5:     • Augen und Hirn fordern
Seite 6:    
• Effizienz trainieren

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